Altenburger Land. Balkon- und Terrassengärtner im Altenburger Land feiern den Wonnemonat Mai: Gärnter Marcel Jahn räumt mit Vorurteilen übers Gießen auf.

  • Start in die Balkonsaison mit Gärternei Jahn.
  • Tipps und Tricks vom Pflanzenprofi.
  • Offene Tür: Gärtnerei Jahn feiert den Mai.

Mit dem 1. Mai beginnt für die Gärtnerei Jahn in Vollmershain eine Zeit, die man eigentlich nur mit der Vorweihnachtszeit im Groß- und Einzelhandel vergleichen kann. „Im Mai läuft für uns das Hauptgeschäft“, sagt Marcel Jahn, der den Familienbetrieb von Vater Friedheim 2017 übernahm.

Und es spielt nach wie vor keine Rolle, dass beispielsweise in diesem Jahr schon Mitte März der heiße Frühling ausgerufen wurde - Dank der Temperaturen. Die Hochsaison für Balkon- und Terrassenbepflanzung beginnt jetzt.

Faustregeln für Blühfeuerwerk auf Balkon und Terrasse

Bei der Wahl des Pflanzgutes seien heiße Frühlings- und Sommermonate kaum entscheidend für Blüherfolge auf Balkon und Terrasse. Laut Marcel Jahn sind es andere Faktoren, die als Konstante den Ausschlag geben. Halte man sich an die, kann kaum etwas schiefgehen, sagt der Pflanzenprofi. Kriterium Nummer 1: „Ich muss schauen, ob mein Balkon oder die Terrasse nach Süden oder Norden ausgerichtet ist. Der Standort ist nämlich das A und O für die Pflanzenwahl.“ Kriterien Nummer 2 und 3: Wie groß ist Balkon oder Terrasse und wie viel Zeit möchte ich in meine Pflanzenwelt dort investieren.

Balkonpflanzen richtig gießen will gekonnt sein

„Beachte ich all das, gibt es eigentlich keine Grün- und Blühpflanzen, die ich nicht auf einen Balkon setzen würde. Selbst, wenn die Sommer jetzt heißer sind“, so Jahn. „Es funktioniert eigentlich alles.“ Denn Sonne, so der Pflanzenprofi, sei für die meisten Balkonpflanzen gar kein Problem. Worauf es ankommt, ist das Gießen. Und da kann man viele Fehler machen. Beispielsweise, wenn man Balkonkästen mit Wasserreservat hat. Eine gute Erfindung, so Jahn, doch wenn ich damit falsch umgehe, nützt es meinen Balkonpflanzen darin gar nichts.

Im Mai beginnt die Hauptsaison in der Gärtnerei Jahn in Vollmershain. Marcel Jahn, weiß, wovon er spricht. 
Im Mai beginnt die Hauptsaison in der Gärtnerei Jahn in Vollmershain. Marcel Jahn, weiß, wovon er spricht.  © Funke Medien Thüringen | Jana Borath

Soll heißen: „Die Pflanzen ganz normal gießen, statt nur das Wasserreservat aufzufüllen.“ Da sich dieser Raum unten im Balkonkasten um eine Reserve handelt, führt dieses Gießverhalten im ungünstigsten Fall dazu, dass die Pflanzen nasse Füße bekommen. „Und wir wissen alle, was Staunässe anrichtet“, bringt es Marcel Jahn auf den Punkt. Seine Empfehlung: „Immer von oben gießen, außer man ist mal für zwei, drei Tage außer Haus.“

Und keine Sorge, wenn die Pflanzen mal die Blätter hängen lassen, weil sie zu durstig sind: „Die stehen auch wieder auf.“ Die beste Zeit fürs Gießen ist also wann? „Es heißt ja immer, ganz früh am Morgen oder spät am Abend. Aber ich gieße, wenn meine Pflanzen durstig sind. Im Endeffekt ist alles andere egal. Wenn eine Pflanze Durst hat, hat sie Durst“, stellt Marcel Jahn klar.

Am besten einen Blumendüngertag ausrufen

Wichtig für den Gärtnererfolg auf Balkon und Terrasse ebenfalls: Das richtige Düngen. Einmal pro Woche ist ein Muss. Der Tipp des Pflanzenprofis: „Einen Blumendünger-Tag festlegen, damit man es nicht vergisst oder durcheinander kommt. Beispielsweise sonntags als Blumendüngertag ausrufen. Das hilft.“

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Vernünftige Erde für Kübel- und Balkonkastenpflanzen ist ebenfalls ein wichtig in den Augen von Marcel Jahn. „Jeder Gärtner verkauft auch Erde. Wir beispielsweise jene, in die wir selbst auch unsere Pflanzen reintopfen. Bei Balkonbepflanzung ist es, wie mit Schuhen: Wenn man nur billige trägt, tut einem schnell das Kreuz weh.“

Vom Klassiker bis zum Exoten - einfach mal ausprobieren

Und was blüht nun am schönsten im Balkonkasten? „Trends lassen sich da kaum ausmachen. Ich finde, jeder soll das einpflanzen, was ihm gefällt. Der Klassiker ist freilich die Geranie. Auch Petunien erreichen diesen Beliebtheitsgrad. Neue Züchtungen schlagen sich bei beiden Sorten vor allem in der Farbvielfalt nieder. Inzwischen sind mehrfarbige Petunien mit Punkten oder Farben keine Seltenheit mehr.“ Renner bei Jahns sind übrigens jene Petunien in so tief dunklem Lila, dass sie fast schwarz wirken. Exotisches findet sich indes ebenso. In diesem Jahr ist dies beispielsweise eine Christusdornzüchtung, die aber nichts mit der Zimmerpflanze zu tun hat. Denn die Neue ist für draußen, relativ klein, blühfreudig bis zum Frost, geeignet selbst für karge Böden und total pflegeleicht. „Die haben wir in diesem Jahr bekommen und wir probieren sie gern einmal aus“, sagt Marcel Jahn.

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Die Jahns halten es in ihren neun Gewächshäusern so, dass sich jeder Kunde dort frei bewegen und umschauen kann. „Wenn es dann konkret wird, sind wir zur Stelle“, berichtet Marcel Jahn. Beratung ist das A und O, dabei geht es um Wasserbedarf, Wachstum oder wie viele Pflanzen ohne Drängelei in einen Balkonkasten passen. Auch dafür gibts eine Faustregel: drei Pflanzen in einen 60er, vier in einen 80er und fünf in einen Ein-Meter-Kasten.

Blütenpracht, wohin man schaut: Die Gewächshäuser in Vollmershain stehen für alle Kunden offen. 
Blütenpracht, wohin man schaut: Die Gewächshäuser in Vollmershain stehen für alle Kunden offen.  © Funke Medien Thüringen | Jana Borath

Am Samstag, 11. Mai, und damit einen Tag vor Muttertag lädt die Gärtnerei Jahn zum Tag der offenen Tür. „Ein langer Samstag, mit dem wir in jedem Jahr in die Balkon- und Terrassensaison starten“, erklärt er. Aber eigentlich, so fügt er hinzu, ist jeder Tag im Mai ein langer Tag in der Gärtnerei. „Es ist unsere Hauptverkaufszeit und in diesen vier Wochen muss alles funktionieren.“ Was auch heißt: die Arbeitstage der Gärtner-Familie beginnen um 6 Uhr morgens und sind nach 20 Uhr auch noch nicht zu Ende. Aber: „Wenn der Mai gut läuft, läuft der Betrieb in der Regel auch für den Rest des Jahres.“

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