Corona-Tagebuch von OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch: Sommerurlaub – erst informieren, dann buchen

Private und dienstliche Erlebnisse rund um das derzeit wichtigste Thema der Welt (99). Das Auswärtige Amt hat zwar seine Reisewarnung für viele Ländern in Europa aufgehoben – es bestehen aber immer noch Mahnungen für mehr als 160 Länder weltweit. Wer also einen unbeschwerten Sommerurlaub erleben will, sollte vor dem Buchen einmal nachschauen, was ihn am Ziel seiner Träume erwarten könnte.

Die Türkei ist weiterhin  als Corona-Risikogebiet eingestuft. (Symbolbild)

Die Türkei ist weiterhin als Corona-Risikogebiet eingestuft. (Symbolbild)

Foto: Clara Margais / dpa

Montag; 22. Juni 2020: Die Türkei beispielsweise, hofft auf deutsche Urlauber und hatte bereits am 11. Juni das Einreiseverbot selbst aufgehoben. Doch die Bundesregierung spielt nicht mit und hat die Reisewarnung für das Land – wie für mehr als 160 andere Nicht-EU-Länder – bis zum 31. August verlängert. Zudem wurde die Türkei als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Die Türkei, immerhin das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen, wirbt seit längerem offensiv um deutsche Touristen. Hotels und Restaurants unterliegen allerdings strengen Auflagen: Abstands- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden, Personal in Hotels soll eine Pandemie-Ausbildung erhalten, Gepäck wird mit Desinfektionsmitteln behandelt.

Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen können. Auch deutsche Firmen wie der TüV Süd stellen Inspektoren. In der Türkei gilt eine Ausgangssperre mit stundenweisen Ausnahmen für chronisch Kranke sowie für Menschen über 65 und unter 18 Jahren. Es herrscht zudem Maskenpflicht auf Märkten, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ein weiteres, bei Deutschen sehr beliebtes Reiseland, Spanien, übt für den Ernstfall. Bei Spanien-Freunden herrschte erst lange Ungewissheit. Doch inzwischen hat das Land seinen Corona-Notstand beendet und die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten, also auch Deutschland, geöffnet.

Für die Behörden gilt weiterhin „Safety first“. Man werde garantieren, dass weder die Touristen noch die Bürger des Landes Risiken eingehen werden, beteuerte Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Mallorca-Fans hatten übrigens zuerst Glück: Bis zu 10.900 Urlauber aus Deutschland durften bereits am 15. Juni zu Testzwecken nach Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera reisen und den Ernstfall für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten üben. Ergebnisse des Tests sind noch nicht bekannt.

Die aktuell geltenden Regeln in Spanien lauten: In geschlossenen Räumen und auch im Freien muss man eine Schutzmaske tragen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoß können Geldstrafen von bis zu 100 Euro verhängt werden. Bei Einreisenden wird die Temperatur gemessen. Touristen müssen auf einem Fragebogen Angaben unter anderem zur Gesundheit sowie zu persönlichen Kontaktdaten machen.

In Österreich als Urlaubsland hat sich die Lage wieder relativ weitgehend normalisiert. In Österreich dürfen Hotels, Tourismusbetriebe und Sehenswürdigkeiten bereits seit Ende Mai wieder für Urlauber geöffnet sein. Das Land hat inzwischen die Reisefreiheit zu Deutschland und zu fast allen anderen Nachbarländern wieder hergestellt. In Österreich hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert. Seit dem 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Innerhalb einer Reisegruppe muss in Österreich nicht mehr der Sicherheitsabstand eingehalten werden, Buffets dürfen unter Auflagen angeboten werden und auch die Wellness-Bereiche der Hotels machen wieder auf.

Um dennoch Sicherheit zu gewährleisten, will die Regierung in Österreich ab Juli 65.000 Corona-Tests pro Woche für Angestellte von Hotelbetrieben zur Verfügung stellen.

Momentan gelten in Österreich noch folgende Auflagen: Ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen muss weiter eingehalten werden, öffentliche Veranstaltungen mit maximal zehn Teilnehmern dürfen wieder stattfinden. Auch Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern dürfen wieder öffnen. Gastronomiebetriebe empfangen unter strengen Auflagen wieder Gäste. Auch Hotels, Tourismusbetriebe und Sehenswürdigkeiten dürfen wieder öffnen.

Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zu Covid-19 finden sich hier.

Bleiben Sie gesund!