Eine App für Zig-Millionen – Corona-Tagebuch von OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch

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Mehr als zehn Millionen Mal wurde sie in fünf Tagen heruntergeladen – die Corona Warn-App der Bundesregierung (Symbolfoto).

Mehr als zehn Millionen Mal wurde sie in fünf Tagen heruntergeladen – die Corona Warn-App der Bundesregierung (Symbolfoto).

Foto: Franziska Gabbert / dpa

Mehr als zehn Millionen Mal wurde sie in fünf Tagen heruntergeladen – die Corona Warn-App der Bundesregierung für die Betriebssysteme Android und Apple. Sie soll anzeigen, wenn man Kontakt mit jemanden hatte, der mit Corona infiziert ist. Voraussetzung: Der Infizierte hat dieses kleine Programm ebenfalls installiert und per Bestätigung des zuständigen Gesundheitsamtes eingegeben, dass er infiziert wurde. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Sonntag, 21. Juni 2020: Die App wird weitaus häufiger auf Smartphones installiert, als zunächst angenommen war. Bevor diese App verfügbar war, gab es wochenlange Diskussionen um den Datenschutz, dann dauerte es wiederum Wochen, bis das Programm zur Verfügung stand. Installiert werden kann es nicht auf normalen Handys. Die Corona-Warn-App kann ausschließlich auf Smartphones installiert werden. In manchen Medien wird aktuell darüber spekuliert, dass bei der enormen Zuwachsrate an Installationen bald etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit der App versorgt sind. Einige Wissenschaftler sehen dies als bedeutsame Größe an, bei der die App hilft schneller herauszufinden, wer mit Corona-Infizieren in Kontakt stand.

Allerdings liegt bei einer zufälligen Begegnung zwischen zwei Personen die Wahrscheinlichkeit, dass beide über eine aktive App verfügen, bei etwa 1,5 Prozent. Das entspricht noch nicht einmal jeder 65. Begegnung. Die Fehlerquote der App liegt nach Angaben der Entwickler bei etwa 20 Prozent. Dies muss noch hinzu gerechnet werden. Ob man da von einem Erfolg der App reden kann?

Die App war von Ende April an von SAP und Telekom für eine Summe von etwa 20 Millionen Euro netto entwickelt worden. Für die monatlichen Betriebskosten sind 2,5 bis 3,5 Millionen Euro eingeplant. Die Bundesregierung rechnet nach eigenen Angaben bis Ende 2021 mit Kosten von mehr als 69 Millionen Euro für die App. Das teilte sie auf Anfrage des Linke-Abgeordneten Victor Perli mit. Die Telekom-Tochter T-Systems soll alleine 52 Millionen Euro von der Gesamtsumme erhalten.

Bleiben Sie gesund!

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