Fortschritte bei Suche nach Impfstoffen – Corona-Tagebuch von OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch

Private und dienstliche Erlebnisse rund um das derzeit wichtigste Thema der Welt (95). Die Suche nach einem oder mehreren Impfstoffen gegen das Coronavirus macht klare Fortschritte. Das Tübinger Unternehmen Curevac darf in die klinische Prüfung eines Impfstoffe starten. Es ist nach dem Mainzer Pharmaforscher Biontech das zweite Unternehmen in Deutschland, das in der klinischen Prüfung eines Produktes steckt. Nach Mitteilung der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es momentan weltweit elf klinische Tests von Stoffen, die einer Ansteckung mit Covid-19 vorbeugen sollen.

Archivbild: Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.

Archivbild: Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Donnerstag, 18. Juni 2020: Wenn es bei Ihnen beim Namen Curevac aus Tübingen klingelt, dann liegt das daran, dass ich das Unternehmen hier erst kürzlich erwähnt hatte. Die Bundesrepublik Deutschland ist mit 300 Millionen Euro an die Pharmafirma herangetreten und hat 23 Prozent der Anteile übernommen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Klinische Studien bei neu entwickelten Medikamenten müssen vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt (Hessen) genehmigt werden. Der Wirkstoff darf nun an gesunden Freiwilligen getestet werden. Das Institut arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und überwacht die Zulassung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln, und zwar sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Die Liste der Zuständigkeit bei Arzneimitteln für Menschen umfasst:

  • Sera
  • Impfstoffe
  • Blutzubereitungen
  • Gewebe und Gewebezubereitungen
  • Allergene
  • Arzneimittel für neuartige Therapien (Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte)
  • Xenogene Arzneimittel
  • Gentechnisch hergestellte Blutbestandteile

Für alle anderen Arzneimittel, die für den Menschen bestimmt sind, ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuständig.

Bei Arzneimitteln für Tiere umfasst das Aufgabengebiet des Paul-Ehrlich-Instituts immunologische Tierarzneimittel wie Sera, Impfstoffe, Immunmodulatoren, Tuberkuline und weitere immunologische Tierarzneimittel, die zur Anwendung am Tier bestimmt sind. Für Mittel, die nicht zur Anwendung am Tier bestimmt sind (Diagnostika), ist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zuständig. Alle anderen Tierarzneimittel sind im Zuständigkeitsbereich des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Die Aufgabengebiete des Instituts in Langen sind außerdem:

  • Genehmigung der klinischen Prüfung von Humanarzneimitteln
  • Genehmigung der Feldversuche (klinische Prüfungen im Veterinärbereich) mit Tierarzneimitteln
  • Bearbeitung von Zulassungsanträgen und Folgeanträgen wie Änderungsanzeigen und Variationen im Human- und Veterinärbereich in den verschiedenen nationalen und europäischen Verfahren
  • Staatliche Prüfung und Freigabe von Chargen der Arzneimittel
  • Arzneimittelsicherheit
  • Inspektionen
  • Forschung auf den Gebieten der Allergologie, Bakteriologie, Biotechnologie, Immunologie, Hämatologie, Transfusionsmedizin, Veterinärmedizin und Virologie
  • Meldewesen für Blut- und Gewebezubereitungen
  • Beratung von nationalen, europäischen und internationalen Gremien bei der Beurteilung von Risiken und der Entwicklung von Leitfäden
  • Beratung von Antragstellern in wissenschaftlichen und prozeduralen Fragen
  • Informationen für Patienten und Verbraucher

Als erstes Unternehmen in Deutschland hatte übrigens Ende April das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

Bleiben Sie gesund!

Alle Einträge aus Jörg Riebartschs Tagebuch finden Sie hier.

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