Gastronom wegen Missbrauch im Altenburger Land zu Haftstrafe verurteilt

Gera.  Der 46-Jährige geht gegen das Urteil des Landgerichtes Gera vor. Die Strafkammer hatte mit dem Urteil sogar die Forderung der Staatsanwaltschaft überboten.

Verteidiger Bernhard Brinkmann mit dem Angeklagten.

Verteidiger Bernhard Brinkmann mit dem Angeklagten.

Foto: Tino Zippel

Ein Gastronom aus Mittelthüringen wehrt sich gegen seine Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Das Landgericht Gera hatte eine Haftstrafe von drei Jahren wegen der Übergriffe auf ein Kind und einen Jugendlichen im Altenburger Land ausgesprochen. Der 46-Jährige legte Revision ein.

Über Internetplattform mit Minderjährigen verabredet

Über die Internetplattform Planet Rome hatte der Mann mit einem 13- und einem 14-Jährigen Bilder mit pornografischem Inhalt getauscht. Er verabredete sich am 2. Oktober 2016 mit den Minderjährigen in einer abgelegenen Scheune im Altenburger Land. Als Gegenleistung für die sexuellen Handlungen zahlte er 75 Euro, brachte Zigaretten, Wodka und ein Handy mit. Mit dem Kind sei es dabei genau wie am folgenden Tag auch zu Oralverkehr gekommen, worauf die Staatsanwaltschaft den Tatvorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs stützte. Genau jenen bestritt der Angeklagte, während er den Rest einräumte.

Ein Chatverlauf belastete den Angeklagten. Darin äußert sich das Kind, was ihm beim ersten Treff nicht gefallen habe. Mit dem 13-Jährigen fand tags darauf ein weiteres Treffen statt. „Er wollte sich Geld für ein Geburtstagsgeschenk verdienen“, sagte der nicht vorbestrafte Angeklagte. Er habe Mitleid gehabt. „Und warum haben Sie ihm das Geld nicht geschenkt? Sie fahren doch nicht zum Ringelpietz mit Anfassen bis ins Altenburger Land“, hielt der Vorsitzende Richter Harald Tscherner dem Mann vor.

Strafe höher als in allen Anträgen

Die Staatsanwaltschaft Gera beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Die Verteidigung plädierte auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die neunte Strafkammer sprach den Familienvater schuldig des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen und überbot mit der Freiheitsstrafe von drei Jahren den Antrag der Staatsanwaltschaft.

Vorerst bleibt der Angeklagte auf freiem Fuß.