Mühlhausen. Bund und Land finanzieren mit 1,3 Millionen Euro den Umbau zweier Mühlhäuser Museen.

Vorübergehend geschlossen hat das Bauernkriegsmuseum – die Kornmarktkirche – in Mühlhausen. Das ehrwürdige Gebäude wird ebenso wie die Müntzergedenkstätte – ehedem Marienkirche – noch dieses Jahr zur Barrierefreiheit saniert. Für das Großprojekt haben Bund und Land 1,3 Millionen Euro bereitgestellt. Hausherrin Susanne Kimmig-Völkner, Direktorin der Mühlhäuser Museen, geht fest davon aus, dass die Arbeiten rechtzeitig zur Landesausstellung 2025 abgeschlossen sind.

„freiheyt 1525“: Unter diesem Schlagwort werben Kimmig-Völkner und ihr Team bereits kräftig für die geschichtsmächtige Schau, die ab Mai kommenden Jahres an zwei Thüringer Schauplätzen stattfinden soll. Den weitaus größeren kuratorischen Aufwand treiben allerdings die Mühlhäuser, da Kollege Gerd Lindner im Panorama Museum Bad Frankenhausen sein zentrales Exponat, Werner Tübkes einzigartiges Riesengemälde, seit je als Dauerexponat zeigt.

Zudem hat Kimmig-Völkner sich nichts weniger zum Schlachtplan erkoren, als das landläufig falsche Geschichtsbild von den Aufständen anno 1525 endlich zu revidieren. Denn es war damals nicht nur die Landbevölkerung, die gegen die feudale Obrigkeit rebellierte; in Mühlhausen griffen auch Bürger und Handwerker zu den Waffen, sodass nach deren militärischer Niederlage die Mittelalter-Metropole an der Unstrut ihren vorzüglichen Status als Reichsstadt verlor.

Zielstrebig –geradezu generalstabsmäßig – gehen die Mühlhäuser heute mit vereinten Kräften zu Werke. Bauträgerin ist die Kommune als Eigentümerin der beiden profanierten Gotteshäuser. „Wir liegen im Zeitplan“, versichert Torsten Brüsch, dem als Fachdienstleiter im Hochbauamt das Projektmanagement obliegt. Brüsch weiß nur zu gut, dass jegliche Baumaßnahme im historischen Bestand einem Abenteuer gleichkommt. Bislang blieben böse Überraschungen aber aus.

Schließzeit soll schon in diesem Sommer überstanden sein

„Die Gebäude sind gut in Schuss“, bestätigt Kimmig-Völkner. Am Kulturhistorischen Museum, dem dritten Mühlhäuser Museum, das die Landesschau präsentieren wird, muss nichts mehr gemacht werden; das Haus wurde bereits 2013 zur Barrierefreiheit saniert. An der Kornmarktkirche, deren Baugeschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, sind indessen die Bagger vorgefahren. Endlich soll der frühere Andachtsort der Franziskaner, im 19. Jahrhundert profaniert und 1975 zum Museum umgebaut, auch für gehbehinderte Besucher bequem zugänglich werden.

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Um ein einheitliches Fußbodenniveau in der gesamten Immobilie zu erreichen, wird das schmale Hofareal aufgeschüttet und der Sanitärtrakt im Gebäude angehoben. Das zeitigt dann Folgen wie eine nötige Anpassung der Türen. „Wir haben leider seit November eine recht lange Schließzeit“, bedauert die Museumschefin, „aber ich hoffe, dass wir im Sommer den ersten Bauabschnitt fertig präsentieren können.“ Torsten Brüsch teilt ihren Optimismus. Anfang 2025 wird in einem zweiten Schritt noch ein temporärer Eingangsbereich für die Landesausstellung errichtet.

Ohne Bagger geht es nicht, das Niveau im Hof muss an der Kornmarktkirche angepasst werden.
Ohne Bagger geht es nicht, das Niveau im Hof muss an der Kornmarktkirche angepasst werden. © Mühlhäuser Museen | Matthias Nolte

In der Marienkirche, die ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert datiert, werden die Arbeiten hingegen kniffliger, denn das Gebäude hat, wie Kimmig-Völkner weiß, recht viele Stufen. Da wird es auch in Zukunft nicht ganz ohne fest installierte Rampen für Rollstuhlfahrer abgehen; jedoch will man nachhaltig für größeren Komfort, zumal im Servicetrakt im Turmuntergeschoss, sorgen: Das Augenmerk gilt der Kasse, dem Zugang zum Sanitärbereich und den Garderoben. Bis zum Herbst sollen die Umbauten im laufenden Betrieb fertig sein. Dann übernehmen die Ausstellungsmacher das Regime.

www.mhl-museen.de, www.bauernkrieg2025.de