In Schleiz wird Ausstellung Kunst-Botschaft aus St. Petersburg vorbereitet

Schleiz  Schleiz wird für ein Wochen­ende (12./13. März) zur Hochburg russischer Kunst. Sechs Künstlerinnen präsentieren ihre besten und neuesten Werke in einer Ausstellung mit ­Mitmach-Angeboten.

Ekaterina Peitz zeigt in Schleiz ihre neuesten Kunstwerke; das große Bild verbindet Keramik mit Malerei. Foto: Simone Zeh

Ekaterina Peitz zeigt in Schleiz ihre neuesten Kunstwerke; das große Bild verbindet Keramik mit Malerei. Foto: Simone Zeh

Foto: zgt

Auf die Beine stellt das alles Ekaterina Peitz, die seit zehn Jahren Schleizerin ist. „Ich bringe St. Petersburg nach Schleiz“, sagt sie. Darauf sei sie stolz und freue sich.

„Unsere Ausstellung heißt Kunst-Botschaft“, sagt die aus St. Petersburg stammende Diplom-Designerin. „Russische Kunst ist immer weltoffen gewesen. Genauso wie die Leute dort offen sind.“ Es sei ja gegenwärtig so, dass man die Nachrichten manchmal nicht mehr sehen will. Aber man müsse sich natürlich informieren. „Ein berühmter Spruch von Dostojewski heißt „Schönheit wird die Welt retten“. Vielleicht hilft auch ein Teil unserer Botschaft“, sagt Ekaterina Peitz. Den Menschen einfach Schönes zeigen. „Als Gastgeberin freue ich mich, den Künstlerinnen aus Sankt-Petersburg Schleiz vorzustellen. Gleichzeitig will ich den Schleizern meine Geburtsstadt näher bringen.“ Nach zehn Jahren, die sie hier lebt, da sie die Liebe nach Schleiz verschlug, kann die sympathische Künstlerin ­sagen, dass sie hier erfolgreich ist. In ihren Kursen sind Leute, die von Anfang an dabei waren. Da sind auch Freundschaften entstanden. Ausstellungen führten Peitz nach Jena, Bad Elster, Weimar, Eisenberg und andere Städte. Auch mit Preisen für ihre Kunstwerke wurde sie mehrfach geehrt.

Wie die Idee der Ausstellung russischer Künstlerinnen zustande kam? „Als ich voriges Jahr in St. Petersburg war, hatte ich eine Ausstellung in der Annenkirche besucht. Julia Zhukova, die Porzellanmalerei zeigte, kannte ich von der Muhina-Kunstakademie. Sie arbeitet heute an der Imperial-Porzellanmanufaktur, eine der bedeutendsten im ganze Land. Und ihre Tochter zeigte Mode aus Stoffen, die sie selbst entwickelt. Dafür benutzt sie Farbreste und verschiedene Strukturen.“ Ekaterina Peitz war dazumal der Überraschungsgast. Kurzerhand verlängerte man den Abend, ging zusammen ins Atelier, trank Kaffee und kam ins Quatschen. Dabei kam man auch die Idee auf, dass man doch mal eine gemeinsame Ausstellung machen könnte. „Ich sagte, das machen wir bei mir“, erinnert sich die Schleizerin lachend. „Gemeinsam präsentieren wir nun mit unseren besten und neuesten Werken unsere Hochschule und St Petersburg, wo wir gelebt und studiert ­haben.“

Models für kleine Modenschau gesucht

Am 12. und 13. März ist es soweit, Ekaterina Peitz macht in ihrer eigenen Galerie in Schleiz Platz für die Kunstwerke von fünf Künstlerinnen aus ihrem Heimatland, die alle Mitglieder im Künstlerverband Russland sind. „ Aber das ist noch nicht alles: Es werden nicht nur Kunstexponate gezeigt, die man auch kaufen kann, sondern man kann mit den Künstlerinnen auch ins Gespräch kommen. „Das ist etwas Besonderes für Schleiz“, so Ekaterina Peitz stolz.

Was zu sehen sein wird? Julia Zhakove zeigt Porzellanmalerei. Sie bringt kleine Porzellanformen zum Gestalten mit. Mir Porzellanfarbe-Abziehbilder kann man Collagen auf Porzellan erstellen. Vera Aksenova will ihre Unikate für Damen und Herren bei einer kleinen Modenschau zeigen. „Dafür suchen wir noch Models“, sagt Ekaterian Peitz. Es gibt sogar eine kleine Umziehe-Ecke, wo man die Mode probieren kann, wenn man ein Stück kaufen will. Tiffany-Kunst zeigt Svetlana Muraschkevich. Sie bringt vorbereitete Frühlingsmotive auf Buntglas mit und lädt Besucher zum Löten ein. Bildhauerin Marina Nikolskaya zeigt die Gestaltung von Keramik-Kerzenständer mit Lichtschattenspiel. Elena Pankratova, die in Russland eine Werkstatt mit zehn Mitarbeitern hat, bringt Spiegel, Fensterbilder aus Buntglas mit, die von innen beleuchtet zum Hingucker werden. Und schließlich Ekaterina Peitz selbst „Ich werde früh an beiden Tagen, vor dem Trubel, von 9 bis 10 Uhr, Besucher zum Schnuppern von Kunstluft einladen.“ Am ersten Tag werden Blumen aus Paperclay, das ist Papierton, erstellen. Am zweiten Tag geht es um abstrakte Malerei.

All diese Angebote sind für Erwachsene und größere Kinder gedacht. Für kleinere Kinder wird an beiden Tagen die Malstraße aufgebaut, wo sie Keramikfiguren anmalen können. „Wir selbst wünschen uns durch die gemeinsame Arbeit, neue Impulse für unsere Kunst zu erhalten“, so die Schleizerin. Klar ist sie schon mächtig aufgeregt, dass alles klappt. „Ich hatte schon einige schlaflose Nächte.“ Schließlich wohnen die fünf Frauen aus ihrer Heimat mit in ihrem Haus. Und sie will ihnen unbedingt die Bergkirche zeigen, und sie sollen das Schleizer Flair spüren. Groß ist die Freude, in ihrem Jubiläumsjahr solch eine großartige Ausstellung zu bewerkstelligen. Von Deutschland soll die „Kunst-Botschaft“ weiter nach Dänemark und Italien reisen.

Daten zur Schau:

Die Ausstellungseröffnung in der Galerie von Ekaterina Peitz in der Schleizer Ernst-Thälmann-Straße 4 erfolgt am Samstag, 12. März, um 11 Uhr.Mitmachaktionen gibt es nachmittags zwischen 14 und 20 Uhr.Die Ausstellung ist an diesem Tag und am Sonntag, 13. März, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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