Unendliche Weiten in der Osterburg: Neue Ausstellung zeigt Weltraumroboter „Philae“

Weida  Heute um 18 Uhr wird die Ausstellung „Die Osterburg in Raum und Zeit“ in der Remise des Weidaer Wahrzeichens eröffnet. Eine Hauptrolle wird Roboter „Philae“ spielen.

Der Nachbau des Landeroboters „Philae“ ist ab heute Abend zu sehen, auf dem ActiveTable im Hintergrund laufen ergänzend Filme der „Rosetta“-Mission. Foto: Marcel Hilbert

Der Nachbau des Landeroboters „Philae“ ist ab heute Abend zu sehen, auf dem ActiveTable im Hintergrund laufen ergänzend Filme der „Rosetta“-Mission. Foto: Marcel Hilbert

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Weltraum – unendliche Weiten. Und irgendwo in diesen Weiten zieht Komet 67P seine Bahnen, nach seinen Entdeckern Churyumov-Gerasiemenko benannt und liebevoll „Tschuri“ gerufen. Ihm Gesellschaft in der Einsamkeit da draußen leistet nach einer zehnjährigen Reise seit November 2014 „Philae“. Der Landeroboter war damit der erste, der jemals Fuß auf einen Kometen setzte. Es ist stille Gesellschaft.

Während seine Muttersonde Rosetta, nach der die spektakuläre Mission benannt ist, nach wie vor um Komet „Tschuri“ kreist, wurde der Lander selbst, wie es heißt, in den „ewigen Winterschlaf“ verabschiedet, da keine Hoffnung mehr besteht, dass er sich noch einmal auf der Erde melden würde.

Es ist noch keinen Monat her, das diese Entscheidung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) getroffen wurde. Auch wenn dieser Anlass vielleicht nicht der freudigste ist, die Aktualität der Entwicklungen um „Philae“ freut die Macher der Ausstellung im Museum der Osterburg Weida dennoch besonders. Denn sie haben „Philae“ dank der Unterstützung des DLR als Ausstellungsstück gewonnen. Gut, nicht das Original, aber seinen kleineren Bruder, einen Nachbau des Landers im Maßstab 1:2.

Er ist sicher das große Highlight der Jahresausstellung in der Osterburg-Remise, die heute um 18 Uhr eröffnet wird. „Die Osterburg in Zeit und Raum“ ist, technisch gesprochen, ein Update der Jahresausstellung aus dem Vorjahr, „Der Osterburg Zeit geben“. Der Fokus auf das Thema Zeit wurde für dieses Jahr um den „Raum“ ergänzt, wobei hier eben der Weltraum und die Astronomie gemeint sei.

Und so sind neben den Blickfängen des vergangenen Jahres, wie zum Beispiel die letzte Atomuhr der DDR, ein Turmuhrwerk aus dem 19. Jahrhundert, historischen Kalendern und dem großen Sternenbanner, eben auch einige neue Exponate und Schautafeln zu entdecken.

So soll neben Landeroboter „Philae“ eine weiteres großdimensioniertes Bild aus der Astronomie in einer Fotomontage zeigen, wie es man sich die Größenverhältnisse vorstellen darf, würde Komet „Tschuri“ über der Osterburgstadt auftauchen.

Neu zu sehen sein wird außerdem Technik, die sich dank der Fördermittel der Heraeus-Stiftung aus dem Vorjahr nun im Eigentum des Museums befindet. Der sogenannte „Active­Table“ ist ein moderner Schulcomputer in Form eines Tisches, dessen „Tischplatte“ ein großer Touchscreen ist. Hier laufen zur Ausstellung die offiziellen Videos des DLR zur Mission „Rosetta“. Daneben dient der Activetable vor allem als Lernort für Schülergruppen, die dafür auch eigene Anwendungen entwickeln sollen.

Mit der Jahresausstellung „Die Osterburg in Zeit und Raum“ will die Stadt Weida einen weiteren Schritt auf dem Weg zum „Wissens-Schloss“ gehen, jenem vom Stadtrat beschlossenen Nutzungskonzept für das Neue Schloss der Osterburg, das auf dem Wahrzeichen einen besonderen Lernort für junge Menschen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich schaffen, sie für diese Themen begeistern soll. Letztlich auch mit dem Ziel, die Fachkräftegewinnung in der Region gerade im technischen Bereich zu unterstützen. Eng wird dabei mit den Professoren Peter Bussemer und Jürgen Müller von der Berufsakademie Gera zusammengearbeitet, die auch die heute startende Ausstellung begleiten.

Im Rahmen dieser soll es wieder zahlreiche Begleitvorträge, aber auch Himmelsbeobachtungen und Experimente geben. Hierfür wird als erster Höhepunkt nach der Ausstellungseröffnung der 19. März angekündigt, wenn die Osterburg erstmals Gastgeberin des „Tages der Astronomie“ ist.

Raumsonde Philae landet in der Osterburg Weida

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren