Betrieb der Imaginata in Jena nimmt Fahrt auf

Jena.  Auf dem Gelände zieht wieder Leben ein, aber eine finanzielle Lücke muss geschlossen werden.

Die Geschäftsführerin der Jenaer Imaginata im Umspannwerk, Ramona Völkel,  und der Leiter des Stationenparks, Christian Neumann, vor einem Hochbeet auf dem Gelände.

Die Geschäftsführerin der Jenaer Imaginata im Umspannwerk, Ramona Völkel,  und der Leiter des Stationenparks, Christian Neumann, vor einem Hochbeet auf dem Gelände.

Foto: Ulrike Kern

Seit Mitte Mai dürfen wieder Besucher in den Stationenpark der Imaginata in Jena, und auch in den Sommerferien können für Kinder und Jugendliche wieder Freizeitangebote unterbreitet werden, wenn auch bei weitem nicht in dem Umfang wie in den letzten Jahren. Dennoch freuen sich die Geschäftsführerin Ramona Völkel und der Leiter des Stationenparks, Christian Neumann, riesig, dass wieder Leben auf dem Gelände einzieht. Denn nur mit Besuchern – immerhin 30.000 in den Jahren vor Corona und trotz umfangreicher Bauarbeiten in den letzten drei bis vier Jahren – lebt das Konzept des einzigartigen Experimentariums.

Hauptförderer ist planmäßig ausgestiegen

Dabei liegen turbulente Monate hinter dem Imaginata-Team. Zum einen ist nach 25 Jahren großzügiger Unterstützung planmäßig die Heidehof Stiftung mit Sitz in Stuttgart als Hauptförderer des Vereins ausgestiegen. Diese finanzielle Lücke muss nun schnellstmöglich geschlossen werden, um den Fortbestand sichern zu können. Die erste finanzielle Zusage gab es bereits von Landesebene. Umweltministerin Anja Siegesmund hat am Freitag einen Förderbescheid in Höhe von 240.000 Euro für die Imaginata in Jena übergeben. Damit soll bis 2023 für den „Lebensraum Imaginata“ die Außenanlage samt Teich ausgebaut werden, zudem sollen mehre Erlebnisstationen zum Umwelt- und Klimaschutz entstehen, unter anderem ein Urban Gardening-Projekt weiterentwickelt werden, neue Nisthilfen und ein Insektenhotel entstehen.

Ort der Umweltbildung zur Unterstützung eigener Projekte

Mit Hilfe personeller Verstärkung soll auch das Workshop-Angebot erweitert werden. Weitere neue Stationen werden zu Energie und ihrer Nutzung entwickelt. Darüber hinaus soll die Imaginata als Forum für Umweltbildung ein Ort werden, an dem verschiedene Akteure sich vernetzen und mit Unterstützung durch Ideen oder die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Materialien eigene Projekte entwickeln und durchführen können.

Schon jetzt ist das Interesse an Urban Gardening und dem Thema Nachhaltigkeit und Artenvielfalt bei den Besuchern groß – entsprechend soll das Angebot im Freien und die Grünflächengestaltung nun ausgebaut werden. „Das Interesse Thüringer Schulen an unseren Workshops zum Thema Energie ist so groß, dass wir schon länger über zusätzliche Angebote nachdenken. Durch die Unterstützung des Landes können wir das endlich angehen“, ergänzt Vereinsvorsitzende Heidrun Jänchen.

Druckerwerkstatt ist eingezogen

Und auch im Inneren des ehemaligen Umspannwerkes hat sich einiges getan. Mittlerweile ist eine Druckerwerkstatt mit alten analogen Druckmaschinen eingezogen. Jens Polz und Thomas Lotze, zwei hauptberufliche Physiker, möchten gern mit den Besuchern diese alte Handwerkskunst weiterleben lassen. Noch ist die Druckerei „Offizin-Typophilia“ im Aufbau, kann aber voraussichtlich ab Herbst voll genutzt werden. Eine Etage darüber siedelt sich als perfekte Ergänzung auch für künftige Workshops gerade eine Buchbinderei an. „Beides passt hervorragend zu unserem Konzept und steht dafür, wieder zurück zum Ursprünglichen zu gehen und Dinge mit den eigenen Händen erlebbar zu machen“, freut sich Ramona Völkel.

Jenaer Telefonmuseum ist zu Gast

Aktuell ist als Ausstellung das Jenaer Telefonmuseum des Sammlers Udo Buchholz zu Gast in der Imaginata. Er hat unzählige Exponate aus den letzten 150 Jahren Telefongeschichte mitgebracht, unter anderem das mit 46 Millimetern kleinste funktionstüchtige Handy der Welt.

Nach dieser Technik-Schau wird es ab Herbst in den Räumlichkeiten wieder neue Murmelbahnen vom Murmiland geben. Für alle Ferienkinder werden in der letzten Ferienwoche in Kooperation mit dem witelo e.V. zwei Workshops zu Schnitzen und Experimentieren angeboten. Hier sind noch Plätze frei.

Die Imaginata hat geöffnet: Mo-Fr 10-15 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr