Letzte Spielzeit für Teruhiko Komori in Ostthüringen

Der Heldenbariton Teruhiko Komori kehrt nach zwölf Jahren in Gera im Herbst 2012 nach Japan zurück.

Teruhiko Komori 2009 in der Verdi-Oper Othello als Jago.  Carlos Moreno war damals an den Bühnen der Stadt Gera als Otello zu erleben. Foto: Stephan Walzl

Teruhiko Komori 2009 in der Verdi-Oper Othello als Jago. Carlos Moreno war damals an den Bühnen der Stadt Gera als Otello zu erleben. Foto: Stephan Walzl

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Seine 12. Spielzeit in Gera wird für Teruhiko Komori die letzte. Der Sänger hat sich entschlossen, danach mit seiner Familie nach Japan zurückzukehren, teilte das Theater mit.

Auf Dauer bleiben wollte er ohnehin nie – den Aufenthalt in Deutschland hat er immer als eine Art Gesellenzeit angesehen. Im April 2011 von Generalintendant Matthias Oldag zum Kammersänger ernannt, hat er nun mehr als einen Meisterbrief in der Hand und sieht die Zeit für die Rückkehr herangereift. Die Verbindung in die Heimat hat er kontinuierlich gehalten: er gastierte regelmäßig mit großem Erfolg in Tokio und anderen japanischen Musikzentren. Diesen Sommer konnte man Komori im japanischen Kobe in der Johann-Strauß-Operette "Die Fledermaus" als Eisenstein an der Seite von Kammersänger Jochen Kowalski als Orlofsky erleben.

Inzwischen sei der Punkt erreicht, wo er wegen seiner Bindung an Ostthüringen attraktive Angebote in Japan wie Pizarro (Fidelio), Figaro, Holländer oder Amfortas (Parsifal) – eine Traumpartie für ihn – nicht annehmen konnte. Die Bühnen planen langfristig. 2013/14 darf er sich inzwischen auf die Titelpartie in Aribert Reimanns Oper "König Lear" in Tokio freuen. Außerdem wirkt Teruhiko Komori als Gastprofessor an einer privaten japanischen Musikhochschule und ist als Dozent von verschiedenen anderen Hochschulen angefragt. Auch für den 11-jährigen Sohn Kento wird es Zeit, in eine japanische Schule zu wechseln. Er ist schon in einer Waldorfschule in Tokio angemeldet. In der Geraer Waldorfschule wird man die Familie Komori sehr vermissen. Seit dem verheerenden Erdbeben ist für den sympathischen Sänger zu den rationalen Gründen für die Rückkehr noch das Gefühl hinzugekommen, unbedingt nach Hause zu müssen, weil er Japaner ist und gerade in dieser Situation in die Heimat gehört. Er fühlt die moralische Verpflichtung, seinem Land zurückzugeben, was er durch die Möglichkeit zu studieren und besonders das Auslandsstipendium empfangen hat. Doch bis zum Abschied kommen zu den vielen Partien, die er hier gesungen hat (Rigoletto, Der fliegende Holländer, Nabucco, Don Giovanni, Wozzeck und Wallenstein) noch ein paar hinzu. So übt er gerade das Berlinern für Linckes Operette "Frau Luna". In "Carmen" wird Komori als Escamillo zu sehen sein, in den "Lustigen Weibern von Windsor" als Herr Fluth und zum Jahreswechsel in Beethovens 9. Sinfonie.