Einstige Fabrikantenvilla in Hirschberg startet Mitte April als Villa Novalis neu durch

Hirschberg  Cornelia und Jürgen Schwab aus München wagen einen klassischen Neuanfang am Saaleufer

Brachen ihre Zelte in München ab, um in Hirschberg zu leben und hier eine musisch-kulturelle Begegnungsstätte – die Villa Novalis – auf den Weg zu bringen: Cornelia und Jürgen Schwab.

Brachen ihre Zelte in München ab, um in Hirschberg zu leben und hier eine musisch-kulturelle Begegnungsstätte – die Villa Novalis – auf den Weg zu bringen: Cornelia und Jürgen Schwab.

Foto: Uwe Lange

Er, Jürgen Schwab, Primarius des Münchner Novalis Quartetts, war nach seinen Studien Konzertmeister in verschiedenen deutschen Orchestern; danach Akademischer ­Direktor an der Würzburger Musikhochschule und Leiter der Violinklasse dort. Sie, Cornelia Schwab, studierte Violine (neben Klavier und Cembalo) am Konservatorium in Würzburg und an der Musikhochschule Frankfurt am Main; konzertierte mit den Bamberger Symphonikern und wurde Konzertmeisterin des Würzburger Kammerorchesters. Zusammen sind sie „Neu-Hirschberger“ und die Initiatoren des Projektes Villa Novalis. Die einstigen Münchner wagten 2015 einen Neuanfang am Saaleufer.

Als neue Kulturinitiative in Thüringen angekündigt, soll das Projekt Villa Novalis seine Heimstatt in der ehemaligen Villa Knoch finden und dem Haus nach seiner Nutzung als Kindergarten sowie einem ungefähr zwölfjährigen Leerstand hoffentlich wieder eine Perspektive eröffnen. Wie unserer Zeitung mitgeteilt wurde, soll bereits am 21. April mit einer Einweihungsfeier der Veranstaltungsbetrieb im Erdgeschoss aufgenommen werden. Tags darauf lädt man ab 17 Uhr zu einem Kammerkonzert mit dem Novalis Quartett an gleicher Stelle ein.

Baustellen-Konzerte schon 2015 und 2017

Jürgen und Cornelia Schwab dürften beim an Kammermusik interessierten Publikum schon von so genannten Baustellenkonzerten 2015 und 2017 her bekannt sein. Sie sind faktisch die eine Hälfte des Quartetts. Komplett wird es mit deren Sohn Pascal und Markus Wagner – auch das zwei Vollblutmusiker. Wagner ist sogar seit 2007 als Professor an der Hochschule für Musik in Nürnberg tätig.

In welcher musikalischen ­Liga man hier unterwegs ist, verdeutlicht ein Blick in den Terminkalender des Quartetts: So gab es am 13. Januar einen Auftritt im Johannissaal von Schloss Nymphenburg in München, wird es am 24. März in der Hofer Kreuzkirche und einen Tag später dann in der Kirche von Sparnberg zu hören sein.

Wie ein roter Faden zieht sich „Novalis“ durch all das, was bisher über diese Kulturinitiative in Erfahrung zu bringen war. Cornelia Schwab erklärt dazu genauer: „Novalis, alias Friedrich von Hardenberg, gilt als der geistreichste und feinsinnigste Vertreter der deutschen Frühromantik. Sein Pseudonym bedeutet übersetzt: ‚Der Neuland Bestellende‘. Von dem hohen Geist des philosophischen Denkers und Dichters fühlen sich die Musiker des Quartetts und Initiatoren der Villa Novalis besonders berührt und inspiriert. Das ­Leben in dieser Villa soll auch in diesem Sinne getragen und ­beflügelt werden.“

In der Mitte zwischen München und Berlin

2015 standen Cornelia und Jürgen Schwab also erstmals auf der Straße am Saaleufer und damit vor der einstigen Fabrikantenvilla. Für sie nach eigener Aussage ein Haus mit jeder Menge Potenzial, an einem Standort ungefähr auf halbem Wege zwischen München und Berlin, ­dessen bessere Tage aber schon geraume Zeit vorbei schienen. Sie erwarben das Areal, zogen in die Villa und bewohnen nun inzwischen selbst drei der Räume.

Wie sie bei unserem ersten Gespräch im zukünftigen „Gelben Musiksalon“ versicherten, hatte vieles, was nun aber an Arbeiten folgte und auch in Zukunft noch folgen wird, mit dem musikalisch-künstlerischen Metier, in dem beide sonst unterwegs sind, kaum etwas zu tun. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt beziehungsweise gilt dem Sanieren und Renovieren – mit Unterstützung von Profis. Inzwischen gibt es auch einen gemeinnützigen Verein Villa Novalis Akademie e.V.

All das geht nicht ohne die ­nötigen Finanzen. Neben Eigenmitteln, gibt es bereits mehrere Förderungen, vor allem vom Landesamt für Denkmalpflege und durch das Leader-Aktionsprogramm.

In jenem Jahr begann dann auch die Verwirklichung einer schon Jahrzehnte früher ins Auge gefassten Idee. Also das, was zukünftig eben in einer musisch-kulturellen Begegnungsstätte münden soll, die von drei thematischen Säulen getragen wird.

Da wären als erstes die Klassischen Konzerte, die hier stattfinden sollen. Dazu kommt ein Kulturforum mit Vorträgen, Lesungen, Ausstellungen und einer Bibliothek. Und nicht zuletzt die eigentliche Novalis Akademie, die ihr Hauptaugenmerk auf Musikerausbildung und -fortbildung legen wird.

Richtig los geht‘s dann am 21. April .

Uwe Lange kommentiert: Hirschberger Kulturdreieck

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