Medien

Gera: Film ab für den Goldenen Spatzen

Gera.  Das 28. Deutsche Kinder Medien Festival im Geraer Theater eröffnet. 29 Jurykinder sichten und bewerten eine Woche lang Kino-, Fernsehfilme und Digitalangebote in mehreren Kategorien.

Ankunft der Kinderjury am Sonnabend auf dem Geraer Hauptbahnhof. 

Ankunft der Kinderjury am Sonnabend auf dem Geraer Hauptbahnhof. 

Foto: Andreas Kühn

Alles ist in diesem Jahr auch beim „Goldenen Spatzen“ etwas anders, etwas kompakter und von ursprünglich Mai in den Herbst verschoben. Aber immerhin hat es gestern begonnen, das größte deutsche Kinder Medien Festival. Schon am Sonnabend trafen die 29 Jurykinder auf dem Geraer Hauptbahnhof ein, gestern folgte der bunte Eröffnungstag, der passender Weise auch noch mit dem Weltkindertag zusammenfiel.

Entsprechend bunt und vielfältig gestaltete sich ab dem Vormittag das Angebot im Geraer Hofwiesenpark, wo sich zusätzlich zum Festivalangebot für Familien auch der Stadtverband Gera des Deutschen Kinderschutzbundes mit neun Trägern samt ihrer Spiel-, Sport-, Quiz- und Bastelangebote präsentierte.

Ein Höhepunkt war das Fab-Mobil, das vollgepackt mit modernster kreativer Technologie, die sonst in der Industrie eingesetzt wird, den jungen Mediennutzern zum Ausprobieren offen stand: VR-Brille, 3D-Drucker, Roboterarm, 3D-Scanner und im oberen Bereich des Doppelstockbusses noch zahlreiche Apps und Spiele zum Testen. Während des Festivals ist das Fab-Mobil auch weiterhin täglich ab 14 Uhr am Kultur- und Kongresszentrum für neugierige Medienfans geöffnet.

Am Nachmittag eröffnete KiKA-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva gemeinsam mit der Festivalchefin Nicola Jones im Konzertsaal des Geraer Theaters den 28. Goldenen Spatzen. „Unter den besonderen Umständen ein Festival auf die Beine zu stellen, war in diesem Jahr nicht ganz einfach“, erzählte Nicola Jones.

„Aus diesem Grund ist unsere Freude nun groß, dass der Goldene Spatz physisch stattfindet und wir damit auch unter den gegebenen Bedingungen Filmkultur in den Kinos für das junge Publikum erlebbar machen können. Gleichzeitig haben wir neue Wege eingeschlagen und bieten unser Programm zusätzlich online an.“

Ihr sei ein echter Stein vom Herzen gefallen, betont sie, dass all die coronabedingten Hürden in diesem Jahr noch überwunden werden konnten. Auch Thüringens Ministerpräsident und Schirmherr des Festivals, Bodo Ramelow, dankte gestern dem Festivalteam und Partnern für ihr Durchhaltevermögen.

Nach dem traditionellen feierlichen Schwur der Jurys, bis zum Festivalende kein Sterbenswörtchen nach außen dringen zu lassen, folgte mit „Wanda Walfisch“ der erste Kurzfilm und schließlich der deutsch-österreichische Eröffnungsfilm „Madison“ von Regisseurin Kim Strobl.

Pauline Grabosch, mehrfache Junioren-Weltmeisterin im Bahnradsport, die in „Madison“ eine kleine Rolle spielt, schickte noch eine Grußbotschaft zur Eröffnungsfeier nach Gera, bevor das Filmpublikum endgültig in die Welt der zwölfjährigen Hauptfigur eintauchen konnte.

Eine Welt des Radsports, dominiert zunächst von Leistungsdruck, Verzicht auf Freizeit und Training bis zur Erschöpfung. Und eine ganz andere in einem Triroler Bergdorf, wo sie Spaß am Downhillen entdeckt und Freundschaften knüpft.

Neben diesem großartigen Wettbewerbsfilm warten in dieser Woche noch weitere spannende Neuproduktionen auf die Jury, aufs Kinopublikum und auf Filmfreunde zu Hause. Insgesamt 36 Film- und Fernsehbeiträge gehen in fünf Kategorien ins Rennen um die sechs Spatzen-Trophäen.

Ein entscheidender Gradmesser für die Produzenten, weil deren Filme direkt von der Zielgruppe, der aktuell 24-köpfigen Kinderjury Kino-TV mit 9- bis 13-Jährigen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland, bewertet werden. Darüber hinaus nimmt die fünfköpfige Digitaljury transmediale Angebote zum Motto „Gute Geschichten“ unter die Lupe und vergibt im Wettbewerb Digital einen Preis.

Die Verleihung geht am 25. September um 16 Uhr im CineStar Erfurt über die Bühne. Die Moderation übernimmt Daniele Rizzo. Alle Preisträgerfilme werden am Samstag nochmals im CineStar Erfurt für Publikum wiederholt.