Symphoniker: Große Bühne in Saalfeld voll besetzt

Saalfeld.  4. Sinfoniekonzert der Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt.

Maria Solozobova - Konzert am 17. und 18. Januar, 19.30 Uhr, im Meininger Hof in Saalfeld

Maria Solozobova - Konzert am 17. und 18. Januar, 19.30 Uhr, im Meininger Hof in Saalfeld

Foto: KAUPO KIKKAS / Thüringer Symphoniker

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit nur zwei Werken schien das Programm des 4. Sinfoniekonzertes der Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt im Meininger Hof in Saalfeld auf den ersten Blick eher kurz. Weit gefehlt! Unter dem hauseigenen Dirigat von Oliver Weder startete der Abend gar nicht wie ein pflichtschuldig begleitetes Solokonzert, sondern ganz in hochklassischer Sinfonik. Der Orchestersatz von Beethovens Violinkonzert in D-Dur gibt auch wesentlich mehr her als manches frühklassische Werk dieser Gattung – doch eben im wirklichen Ausmusizieren liegt die Kunst, ein so berühmtes Stück aufzuführen.

Unüberhörbar fällt die Aussage dieses Stückes in eine verheißungsvolle Lebensphase Beethovens. Ist doch so viel Herzblut und Hingabe in diese Violin-Solostimme hineinkomponiert.

Solistin des Abends war Maria Solozobova, die ihren Part souverän im Zusammenspiel und präzise in ihrer musikalischen Aussage darbot. Wie positiv schon der erste Satz beim Publikum ankam, zeigte ein kleiner Zwischenapplaus. Die Hand je am Griffbrett und am Bogen, ohne extra Getue – das ist handwerklich gut gemacht und kommt beim Publikum gut an. Etwas irritierend waren leider immer wieder auftretende Schwierigkeiten mit der Sauberkeit der Intonation. Am überzeugendsten war für mich der 3. Satz in seiner vorwärtsdrängenden und pastoral-heiteren Charakteristik. Ein programmatisch sehr gelungener Auftakt im Beethovenjahr.

Welch ein Anblick! Die Bühne voll besetzt mit 73 Musikern für die 9. Sinfonie von Anton Bruckner. Sollten nicht doch wieder einige Musiker neu fest eingestellt werden, um so wunderbare Aufführungsprojekte öfter umsetzen zu können? Zweite Halbzeit ist ob der Dimension dieser letzten der Brucknerschen Sinfonien wohl untertrieben und wem nach dem 3. Satz noch weiterer Bruckner fehlte, lag richtig. Nicht mehr ganz vollenden konnte Bruckner den 4. Satz. Doch an sattem Orchesterklang blieben in der Aufführung keine Wünsche offen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren