Höhlerbiennale – Kunst unter Geras Altstadt

Gera  Die Höhlerbiennale, eine einzigartige Schau für Installationskunst, wird am Samstag eröffnet.

Projektleiterin Gitta Heil blickt auf Romana Menze-Kuhns Werk „Greenlight global nature“.

Projektleiterin Gitta Heil blickt auf Romana Menze-Kuhns Werk „Greenlight global nature“.

Foto: S. Fromm

Zum neunten Mal lockt der Höhlerverein ab Samstag kulturinteressiertes Publikum in Geras historische Bierkeller, die sogenannten Höhler: Dann öffnet die wohl spannendste Installationskunst-Schau im Freistaat für knapp zwei Monate ihre Kellertore: die Höhlerbiennale.

„19 Künstler haben zum Thema Erd-Licht ihr Bestes gegeben“, sagte gestern Kuratorin und Projektleiterin Gitta Heil. Sie stammen aus Deutschland, China, den Niederlanden und der Schweiz. Zu den Thüringer Vertretern zählen Wolfgang Schwarzentrub und Thomas Prochnow aus Gera. Prochnows Installation setzt sich mit dem Ausstellungsort auseinander. Gewöhnlich zeige er seine Kunst in klassischen Ausstellungsräumen, in White Cubes. Die Beschaffenheit der Jahrhunderte alten Höhler – ihr Stollencharakter und die extreme Luftfeuchtigkeit – stehen dazu in krassem Kontrast. Diese Gegensätzlichkeit visualisiert der Geraer, indem er die Ecke eines White Cubes auf die eine Seite seiner Kellernische platziert.

Wolfgang Schwarzentrub thematisiert in „Halde“ die Renaturierung der Ostthüringer Wismut-Landschaft. Neben einem Bilderzyklus zeigt er die stilisierte Installation einer Halde.

Offiziell wird die Ausstellung am Samstag, 1. Juni, um 18 Uhr im Geraer Rathaussaal eröffnet. Wer schon vorher einen Blick auf die Kunstinstallationen in den Höhlern der Greizer Straße 10 und 37 werfen möchte, hat ab 15 Uhr dazu Gelegenheit.

Die Idee, Kunst in historischen Kellern zu präsentieren, stößt auch andernorts auf Interesse. Derzeit überlege die Stadt Trier in ihren alten Weinkellern ebenfalls eine solche Schau zu initiieren, sagt Michael Batz von der Stiftung Lebendige Stadt, die die Höhlerbiennale unterstützt.