In Bad Köstritz erste künstlerische Idee in Holz umgesetzt

Jugendliche fertigen aus Holz Gebilde, die zwar noch keine Kunst im öffentlichen Raum sind, aber die Idee davon. Sie haben die Vorshcläge selbst erarbeitet und setzen sie nun unter fachkundiger Anleitung von Holzbildhauern um. Bad Köstritz ist nur ein Beispiel mit seiner Dahlie als Radständer.

Holzprojekt Bad Köstritz: am Förderzentrum für emotionale und soziale Entwicklung mit Holzdesigner Marcus Malik aus Steinbrücken und einem Trägerverein aus Untschen

Foto: zgt

Bad Köstritz. Die Skizze der liegenden Dahlie als Fahrradständer ist Wirklichkeit geworden. Paul Thiele aus Bad Köstritz sieht seine Idee in Eichenholz umgesetzt. Er ist stolz.

Der erblühte Stamm, in dem nur noch die Kerben für die Räder fehlen, liegt auf dem Hof des Förderzentrums für emotionale und soziale Entwicklung der Diakonie Ostthüringen in Köstritz. Dort arbeiten die Jungs der achten Klasse seit Frühjahr an ausgefallenen Möbeln für zunächst drei Ruheplätze entlang des durch Bad Köstritz führenden Radweges.

Der Fahrradständer gehört zu jenem Rastplatz, der etwa gegenüber des Abzweiges nach Hartmannsdorf entstehen soll. Ein Unterstand für eine zweiteilige Bankgruppe gehört ebenso dazu. An einer Ecke soll das Dach von einer riesigen Dahlie getragen werden. Der 4,50 Meter lange Stamm liegt noch in Schmölln. Dort hat der Verein Jugend schafft Kunst aus Untschen eine andere Baustelle.

Er ist es, der entlang des 224 Kilometer langen Radweges zwischen Altenburg und Eisenach junge Leute sucht, die unter Anleitung eines Künstlers aus der Region – in Bad Köstritz ist es der Steinbrückener Holzdesigner Marcus Malik – Bleibendes schaffen und sich dabei selbst neu entdecken.

Der 15-jährige Paul Thiele versteht die mühselige Arbeit an den Stämmen als Gemeinschaftswerk. Klar, dass alle Anteil haben wollen. So ist es normal, dass nicht nur er den Blütenstempel glättet, sondern an diesem Tag der 14-jährige Christian Aleithe erstmals dafür Stechbeitel und Holzhammer in die Hand nimmt. "Das ist die beste Arbeit", freut er sich. Das eher unbeliebte Stämme schälen kennt er schon.

"Die Schüler arbeiten hier im Team besser zusammen als im Klassenraum", schätzt der stellvertretende Klassenleiter Steffen Stachetzki ein. "Wie kreativ sie sein können, darüber habe ich ehrlich gestaunt", gesteht Schulleiterin Martina Laube, die weiß, dass es für Marcus Malik eine besondere Aufgabe ist, mit 13- und 14-Jährigen zu arbeiten. Doch er findet Respekt und interessierte Zuschauer mit Ohrenschutz, wenn er die Kettensäge anlässt. "Es ist nur Schade, dass die Schüler anfangs nicht so viel machen können. Die Feinarbeit kommt erst noch", meint der 29-Jährige. Deshalb wird er während der Ferien das Grobe mit der Säge voran bringen.

Zu Beginn des neuen Schuljahres sollen die Macher, die noch einmal am Donnerstag Hand anlegen, beim Aufbau des ersten Rastplatzes dabei sein. Darauf ist auch Projektleiter Gunter Pampel vom Verein Jugend schafft Kunst gespannt. Die neuen Achtklässler werden das Werk ihrer Vorgänger fortsetzen. Denn die überdimensionalen Musik-Instrumente und Noten für die Musik-Wiese am Tiergehege und das Kastanienblatt für den Ortseingang von Caaschwitz gibt es nur auf dem Papier.

Nicht nur das Förderzentrum unterstützt die Idee zum Bau der unverwechselbaren Möbel. Auch Spenden aus der Region gingen ein. So von der Sparkasse Gera-Greiz und dem Chemiewerk. "Ich habe die Hoffnung, dass andere nachlegen, wenn der erste Rastplatz steht", so Pampel.

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