Hinter verschlossenen Türen: Wohl 2 Interessenten für Schloss Tannenfeld bei Löbichau

Zwei Interessenten soll es geben für das Schloss Tannenfeld. Verhandelt wird hinter verschlossenen Türen. Sollte ein Verkauf erneut scheitern, hätte die Landrätin noch ein anderes Konzept. Doch das liegt offenbar in irgendeiner Schublade.

Das marode Schloss Tannenfeld - Last des Landkreises und Sorgenkind engagierter Kulturinteressierter. Foto: Petra Lowe

Das marode Schloss Tannenfeld - Last des Landkreises und Sorgenkind engagierter Kulturinteressierter. Foto: Petra Lowe

Foto: zgt

Tannenfeld. Die Fenster im Erdgeschoss sind verbarrikadiert, und am Eingang zum Park wird der Besucher gewarnt, dass er das Areal auf eigene Gefahr betritt. Dem Verfall kann man zusehen. Nur das Nötigste wird im Park gemacht durch den Landkreis, der Eigentümer der drei Villen, Schloss und Park ist.

Der Versuch, das einst prachtvolle Anwesen zu verkaufen, geht ins zehnte Jahr. Nun allerdings soll es zwei potenzielle Käufer geben, wie Jürgen Ronneburger, CDU-Fraktionschef im Kreistag, im OTZ-Interview sagte. Aus welchem Umfeld diese kommen, sagte er nicht. Die Verhandlungen werden hinter verschlossenen Türen geführt.

Doch Ronneburger zeigte sich optimistisch über einen Verkauf. Und nannte mit 270 000 Euro auch eine Zahl, die sich im Kreishaushalt 2014 wiederfinden sollte. Bislang vermisste er diese Einnahmeposition.

Das Landratsamt hält sich bedeckt. Zunächst hieß es, es gebe nichts Neues zum Thema Tannenfeld. Auf weitere Nachfrage erfuhr die OTZ, dass der Landkreis nach wie vor an einem Verkauf des Gesamtobjektes interessiert sei. An einen Teilverkauf sei nicht gedacht. Offenbar hat man der noch 2012 avisierten Zerstückelung der 14,8 Hektar großen Anlage abgeschworen.

Und auf die Frage, ob der Park auch im Falle eines Verkaufs weiter offen stünde, hieß es, dass die öffentliche Nutzung Teil der Verkaufsbedingungen sei.

Ob der Verkauf überhaupt gelingt, ist noch offen. Ein Investor habe die Potenz, war zu hören. Bislang kreisten die Vorstellungen zur Zukunft des Schlosses vor allem um den Gesundheitsbereich und den Wohnungsmarkt. Nachfragen von Interessenten hatte es in den letzten Jahren immer mal gegeben, sagt Klaus Hofmann, Direktor des Museums Burg Posterstein. Dar­aus geworden ist nichts.

Die Adresse Burg Posterstein ist nicht zufällig gewählt. Der Förderverein betreibt das Museum und hat sich auch mit einem Konzept zur Zukunft Tannenfelds ins Zeug gelegt. Seit gut einem Jahr liegt dies der Landrätin auch vor. Sogar juristisch geprüft. Doch die OTZ-Frage, wie sie zum Konzept des Fördervereins Posterstein steht, blieb unbeantwortet. Auch lässt sie im Dunkeln, warum es nicht einmal ein Gespräch darüber gegeben hat. Verständlich, dass diese Haltung in Posterstein irritiert. Das Konzept zeige Wege, die neu und ungewöhnlich, aber gangbar seien, sagt Sabine Hofmann, Vorsitzende des Fördervereins Burg Posterstein.

Nach den Vorstellungen der Initiatoren sollte ein Tannenfeldverein gegründet werden, der die öffentlichen Bereiche der Anlage betreibt, indem er vom Landkreis das Schloss zur Nutzung erhält und für die kulturelle Bespielung des Schlosses verantwortlich zeichnet. In den Villen sollten Eigentumswohnungen verkauft werden.

Mit den daraus resultierenden Geldern fördert der Landkreis den Verein für die schrittweise Sanierung des Schlosses - samt erhoffter Fördermittel von Außen. Die neuen Eigentümer zeichneten auch gemeinsam für den Park verantwortlich.

Mit dem Konzept wollten die Initiatoren eine Wohneigentümergesellschaft ins Gespräch bringen, die letztlich das Areal nicht nur nutzt, sondern auch Stück für Stück entwickelt, sagt Sabine Hofmann. "Das Konzept von uns sollte vor allem regionalen Liebhabern von Tannenfeld die Möglichkeit eröffnen, sich in überschaubarem Rahmen zu engagieren", erklärt sie.

Doch das muss man auch im Landratsamt in Altenburg wollen. Die Anpreisung Tannenfelds durch das Landratsamt scheint zumindest verbesserungswürdig. Das Engagement einer lokalen Bank war so schon in die Flucht geschlagen worden. Da aber offenbar kein eigenes Konzept in den Amtsstuben vorliegt, bleibt dort nur das Warten auf Interessenten. Außer, der Verkauf klappt diesmal, der Käufer ist seriös, und das wurde auch intensiv geprüft.

Noch eine verkaufte Brache wie das verfallende Postersteiner Herrenhaus in fremder Hand braucht niemand.

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