Renthendorf: Mit dem Brehm-Haus auf der Zielgeraden

Renthendorf  Bis Jahresende werden eine Million Euro verbaut sein. Weitere Gelder für den Abschluss der Sanierung stehen bereit.

Restauratorin Carina Schluckebier restauriert an einem Ausschnitt die ursprüngliche Wandbemalung im Obergeschoss der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. Foto: Frank Kalla

Restauratorin Carina Schluckebier restauriert an einem Ausschnitt die ursprüngliche Wandbemalung im Obergeschoss der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. Foto: Frank Kalla

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Noch immer gleicht das Brehm-Haus in Renthendorf einer großen Baustelle, wenngleich die größten Eingriffe gar nicht mehr sichtbar sind. So ist der Bunker für die Pelletheizung wieder mit Erde überdeckt, sind große Schuttberge verschwunden. Drinnen im Gebäude schlängeln sich Kabel und andere Technik über den provisorischen Fußboden, die originale Treppe zum Obergeschoss ist mit Spanplatten geschützt. Oben im Flur steht Diplom-Restauratorin Carina Schluckebier von der Arbeitsgemeinschaft Kästner/Sitte und restauriert vorsichtig mit dünnen Pinselstrichen ein Stück der ursprünglichen Wandbemalung aus den Zeiten Brehms.

Rund eine Million Euro werden bis Jahresende für den Erhalt der einzigartigen Gedenkstätte in Renthendorf ausgegeben sein, weitere 590 000 Euro sind nötig, um die Restaurierung der Gedenkstätte zum Abschluss zu bringen, erklärt Gedenkstätten-Leiter Jochen Süß, der das Gesamtprojekt aber auf der Zielgeraden sieht.

So hat der Bund über das sogenannte Denkmalschutzsonderprogramm Ende November 99 490 Euro für die Brehm-Gedenkstätte außerplanmäßig bereitgestellt. "Das bedeutet für uns, dass weitere 100 000 Euro vom Freistaat kommen, weil die Kofinanzierung gesichert ist", erklärt Süß. Mit im Boot sei weiterhin die Reemtsma-Stiftung, die 150 000 Euro zur Verfügung stelle. "Damit haben wir bereits jetzt für das kommende Jahr 350 000 Euro zur Verfügung."

Das Geld wird dringend benötigt. Zwar sind die Kernarbeiten wie die Dachsanierung, die statisch-konstruktive Sicherung des Gebäudes nebst Trockenlegung oder der Einbau der Haustechnik bereits erfolgt. "Auf uns warten aber noch andere dicke Brocken", stellt Süß klar. So muss die Fassade aufwendig restauriert werden, müssen die historischen Außenanlagen wieder hergestellt werden und geht es nicht zuletzt darum, im Haus die Räumlichkeiten so herzurichten, wie sie zu Zeiten von Alfred Brehm waren.

"Wir stellen jeden einzelnen Befund wieder her." Glücklicherweise habe man an zwei Stellen die Urtapete hinter aus DDR-Zeiten angebrachten Sauerkrautplatten wieder entdeckt. "Die Reste haben ausgereicht, um einen Nachdruck der Tapete in Auftrag geben zu können", erklärt Süß, welcher der Innenrestaurierung gespannt entgegensieht.

Frank Kalla über die Rettung einer Gedenkstätte, die eine einzigartige Geschichte ist

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