Schleizerin mit "Sternenflechterin" in Italien

Künstlerin Ekaterina Peitz ist an diesem Wochenende im italienischen Nove zu Gast mit ihrer Keramikkunst.

Künstlerin Ekaterina Peitz mit der "Sternenflechterin". Das Kunstwerk eines Mädchens, das auf einer Wolke Sterne flechtet, ist aus Paperclay entstanden. Die so genannten "Kopfvasen" links sind auch mit auf die Reise nach Italien an diesem Wochenende gegangen. Foto: Uli Drescher

Künstlerin Ekaterina Peitz mit der "Sternenflechterin". Das Kunstwerk eines Mädchens, das auf einer Wolke Sterne flechtet, ist aus Paperclay entstanden. Die so genannten "Kopfvasen" links sind auch mit auf die Reise nach Italien an diesem Wochenende gegangen. Foto: Uli Drescher

Foto: zgt

Schleiz. Ekaterina Peitz hat sich auf dieses Wochenende schon lange gefreut. Die Wahl-Schleizerin ist eingeladen zum Keramikfest der kleinen nordost­italienischen Gemeinde Nove. Das Städtchen ist schon seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts als Produktionsort für Keramikwaren bekannt und inzwischen weltberühmt.

In dieser Woche findet die XVII. Ausgabe der "Festa della Ceramica-Portoni Aperti" statt. Diese ist das wichtigste Event kulturell-künstlerischer Art im Städtchen Nove. Zur Veranstaltung gehören Zusammenkünfte und Anlässe, die inhaltlich in erster Linie zum sozio-ökonomischen und kulturellen Dialog rund um das Töpfereigewerbe im nationalen und internationalen Kontext beitragen sollen. Höhepunkt ist dieses Wochenende mit der Veranstaltung "Portoni Aperti", für die auch Ekaterina Peitz angemeldet ist.

In ihrem Ausstellungsraum in Schleiz hat die Keramikkünstlerin in der vergangenen Woche bereits die Stücke bereitgestellt, mit denen sie nach Italien fährt. Sie will nicht nur ausstellen, sondern natürlich auch verkaufen. Es sind vor allem figürliche Werke, Kopfvasen und eben jenes Unikat eines jungen Mädchens, das Sterne flechtet. "Italien beschäftigt mich sehr", sagt die gebürtige Sankt Petersburgerin, "dort war ich noch nie. Und gerade Nove als Keramikzentrum soll sehr interessant sein."

Ekaterina Peitz fertigte die Sternenflechterin übrigens aus "Paperclay", was man mit Papierton ins Deutsche übersetzt. Das ist eine Mischung aus Ton, Papierfaserbrei, wie er beim Papierschöpfen verwendet wird, und Wasser. Zum Bearbeiten wird der Papiertonbrei auf Gipsplatten so lange getrocknet, bis eine modellierfähige Masse entsteht. Der Anteil von Ton in dieser Mischung ist immer höher als der Anteil von Papier, darum lassen sich daraus geformte Gegenstände im Keramikofen brennen, ohne dass sie beim Verbrennen der Papieranteile ihre Festigkeit verlieren, erklärt die Künstlerin. Paperclay hat im Gegensatz zum "normalen" Ton außergewöhnliche Eigenschaften: Daraus geformte Gegenstände lassen sich in fast allen Trockenstadien noch bearbeiten oder sogar ganz neu an den geformten Gegenstand ansetzen. Beim Brennvorgang verbrennen die Papierfasern und es entstehen feine Hohlräume, die das fertige Brennstück leichter, aber trotzdem sehr stabil machen, vergleichbar mit Korallen.

Derzeit läuft noch eine Ausstellung von Ekaterina Peitz in der Paracelsus-Klinik Bad Elster. Dort hat die Künstlerin Malerei ausgestellt. Am vergangenen Wochenende war sie in Jena auf dem Kunstmarkt. In diesem Jahr wird sie wieder auf den Weihnachtsmärkten der Region zu sehen sein. Im November plant sie einen Tag der offenen Tür in Schleiz mit einer Malstraße für Kinder. Daneben laufen Kurse für Keramik und Malerei, auch in der Volkshochschule. Interessenten können sich immer noch anmelden.

Für das kommenden Jahr freut sich Ekaterina Peitz bereits jetzt auf eine Personalausstellung im Neuen Schloss Bad Lobenstein, die ebenfalls mit Malerei und Keramik geplant ist.

diesem Wochenende gegangen. Foto: Uli Drescher

Zu den Kommentaren