Angemerkt: Aus Luthers Sprachlabor

Niels Seehase über den Reformator als Sprachschöpfer.

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Martin Luther ist in aller Munde. Und zwar nicht erst seit diesem Jahr, in dem an den Beginn der Reformation vor fünf Jahrhunderten erinnert wird. Nein, auch davor hat der Kirchenerneuerer unser tägliches Reden bestimmt – selbst wenn einem seine Lehren wenig bis gar nichts bedeuten.

So versteht wohl jeder, was gemeint ist, wenn zwei Menschen „ein Herz und eine Seele“ sind. Allerdings dürfte vielen nicht bewusst sein, dass diese Redensart von Luther geprägt wurde. Die Wartburg-Stiftung in Eisenach hat noch auf andere Dauerbrenner aus dem Sprachlabor des Reformators hingewiesen: jemanden auf Händen tragen, einem anderen einen Denkzettel verpassen, seine Hände in Unschuld waschen. Auch das „Machtwort“ geht auf Luther zurück, genauso wie der „Lückenbüßer“, der „Feuereifer“, der „Schauplatz“ oder das „Rüstzeug“.

Bleibt die Frage, warum diese Sprachschöpfungen auch nach gut 500 Jahren noch so oft gesprochen und verstanden werden? Wahrscheinlich, weil sie – um mit Luther zu sprechen – „wie die Faust aufs Auge“ ­passen.

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