Christine Schimmel

Wasser sucht sich immer seinen Weg.

Entsprechend schwierig ist es für die Fachleute, den Hochwasserschutz an der Weißen Elster zu planen. Schließlich wissen auch sie nicht, wann von wo wieviel Wasser in der Weißen Elster und in ihren Zuläufen ankommt. Trotzdem müssen sie jetzt festlegen, welche Bauwerke realisiert werden, die in zehn, 20 oder 100 Jahren auftretende Fluten in Schach halten. Denn keiner will dann solche Sätze hören, die mit „Hätten sie mal...“ beginnen. Fast schwieriger scheint jedoch die Vermittlung dieser Pläne an die betroffenen Anlieger, die in berechtigter Sorge um ihren Grund und Boden die Baumaßnahmen vor ihrer Tür nicht nachvollziehen wollen. Einige müssen ihre Grundstücke und Häuser aufgeben, die sie unter Umständen seit Generationen bewohnen oder erst in den letzten Jahren neu gebaut haben. Gerade diejenigen, die dachten, mit einem plätschernden Bach die Idylle vor der Tür zu haben, müssen nun raumgreifende Hochwasserschutzanlagen akzeptieren.

Doch was ist die Alternative? Auch wenn die Erinnerungen an das Junihochwasser 2013 schon verblassen und einige das Ausmaß der Zerstörung herunterspielen. Es war schlimm. Und wer weiß, ob ein nächstes Hochwasser diese Pegel nicht sogar noch übersteigt. Dann doch lieber jetzt das Feld räumen und vom Land entschädigt an anderem Ort neu anfangen. Dann aber sicher auf dem Trockenen.

Dazu der Beitrag Wenn Wasser zum Problem wird