Cordula Fischer über eine Wahl, die nicht entschieden ist

Stell dir vor, es ist Wahl, und niemand geht hin. Fast so geschehen in Dobitschen.

Geringe Wahlbeteiligung, acht ungültige Stimmen, leere Stimmzettel. Noch nicht einmal die Hälfte der Dobitschener haben den Sonntag genutzt, um einen neuen Gemeindechef zu bestimmen. Insgesamt kann mit diesem Ergebnis der Wahl niemand zufrieden sein. Denn es ist ja nicht so, als ob es für Dobitschen um nichts ginge. Mit Mühe hat der derzeitige Gemeinderat erst vor wenigen Wochen einen Haushalt geschnürt bekommen, um zu verhindern, dass das Land die Entscheidungsgewalt in dem Dorf übernimmt. Große Sprünge freilich kann so auch ein neuer Bürgermeister nicht machen. Das Rad kann er auch nicht neu erfinden.

Letztlich haben in Dobitschen zwei bekannte Namen die meisten Stimmen erhalten. Bernd Franke, amtierender Bürgermeister, und Egon Steinicke. Aber auch der rausgeworfene ehemalige Bürgermeister Olaf Heinke wurde auf 13 Stimmzettel geschrieben. Reicht zwar nicht für eine nächste Amtszeit, aber zeigt, dass doch einige Dobitschener noch an ihn glauben.

Während in den anderen Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land die neuen Bürgermeister feststehen, muss Dobitschen nachsitzen. Und es sollte sich jeder Gedanken machen, wohin das Boot und vor allem mit welchem Kapitän steuert. Schließlich fängt politische Meinungsbildung an der Basis an. Also wählen gehen am 19. Juni.

Beitrag zum Kommentar: Dobitschen muss in die Stichwahl

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