Die Rente retten: Philipp Neumann zur angekündigten Rentenerhöhung

Für das nächste Jahr kündigt die Rentenversicherung die „größte Rentenerhöhung seit der Jahrhundertwende“ an.

Für das nächste Jahr kündigt die Rentenversicherung die „größte Rentenerhöhung seit der Jahrhundertwende“ an. Um bis zu fünf Prozent sollen die Altersbezüge steigen, das ist mehr als Arbeitnehmer derzeit bei Tarifverhandlungen herausholen können. Wer wollte also sagen, die Rente sei nicht sicher?

Es sind rosige Zeiten, aber nur für heutige Rentner. Die wirtschaftliche Lage ist gut, die Arbeitslosigkeit niedrig. Natürlich sollen Rentner davon profitieren. Das dicke Ende aber kommt noch. Wer jetzt arbeitet, zahlt bald nicht nur höhere Beiträge, er bekommt auch eine im Vergleich zu heute noch einmal deutlich abgesenkte Rente. Und das in einer Situation, in der die private Altersvorsorge wegen der Nullzinsen unattraktiv ist.

Die große Koalition weiß das. Mit dem Rentenpaket, das 2014 in Kraft trat, haben Union und SPD trotzdem großen Schaden angerichtet. Es ist ungerecht, weil die Rente mit 63 nur ausgewählte Jahrgänge bevorzugt. Es ist teuer, weil die milliardenschwere Mütterrente aus der Rentenkasse bezahlt wird. Wenn sie leer ist, macht der Beitragssatz einen Sprung nach oben, das Niveau sinkt.

Eine so willkürliche Rentenpolitik treibt einen Keil zwischen die Generationen. Rettung für das gute umlagefinanzierte Rentensystem, bei dem die Jungen für die Alten einstehen, könnte von den Flüchtlingen kommen: Sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird viel Geld kosten. Es ist eine Investition, die sie zu langjährigen Beitragszahlern machen könnte. Künftige Generationen werden dankbar sein.

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