Kommentar: Das Abstellgleis grüßt

In den kommenden Wochen dürfen sich die Bahnfahrer in Jena und Saalfeld schon einmal daran gewöhnen, was es heißt, in der Provinz angekommen zu sein.

In den kommenden Wochen dürfen sich die Bahnfahrer in Jena und Saalfeld schon einmal daran gewöhnen, was es heißt, in der Provinz angekommen zu sein. Wegen Bauarbeiten machen die Intercity-Expresse einen Bogen um Ostthüringen. Früh und abends fährt ein ICE, mehr nicht. Ansonsten: Als Stadt­express getarnte Regionalzüge, alle zwei Stunden umsteigefrei nach Leipzig. Mit mehr als 80 Minuten Fahrzeit von Jena. So stellt sich die Landesregierung also eine schnelle Nord-Süd-Anbindung für Jena und Saalfeld vor, die sie im Koalitionsvertrag vereinbart hat. Wunderbar! Besser kann die Erfurter Regierung ihr wirtschaftliches Herz nicht schädigen.

Lässt sich Infrastrukturministerin Birgit Keller (Die Linke) auf der Nase herumtanzen von ihrer Fachabteilung, die seit Jahren viele Verbesserungen blockiert? Gelingt das der Fach­ebene, weil die Ministerin ein zu großes Themenspektrum zu betreuen hat und sich nicht auf jedem Gebiet auskennt? Offenbar setzte sich auch Wirtschafts­minister Wolfgang Tiefensee (SPD) nicht durch, der den Hilferuf aus Jena erhört hatte.

Der letzte Rettungsanker bleibt Ministerpräsident Bodo Ramelow, der ein Machtwort sprechen muss. Der Linke-Politiker will einen Bahngipfel veranstalten und noch vor der Wahl mit seinem neuen CSU-Freund, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, verhandeln. Taten müssen aber endlich folgen, sonst grüßt das Abstellgleis.

Doch keine ZusatzzügeJena–Leipzig

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