Kommentar: Gute Aussichten für Gera

Von Wolfgang Schütze.

Wenn alles so kommt wie angekündigt, dann hat für Gera das neue Jahr mit der beabsichtigten Firmenansiedlung von XXXLutz gut begonnen. Die Aussicht auf 62 Millionen Euro, die einer der weltgrößten Möbelhändler in der Stadt an der Elster investieren will, würde auch in Metropolen viel Freude auslösen. Zudem kann Gera auch die 240 Jobs, die entstehen sollen und hoffentlich mit möglichst vielen Menschen aus Stadt und Region besetzt werden, gut gebrauchen.

Mit der Millionen-Investition der Textilfirma Getzner, mit der Gründung von kleinen Firmen und dem Wachsen einiger Mittelständler zeigt die Wirtschaft in Gera erneut Flagge. Solche Mut machenden Signale sind in der kleinen Großstadt lange vermisst worden, auch wegen eigener Schuld. Stadtverwaltungen und Stadträte haben nach der Wende sehr lange herumgedoktert, was die Stadt nun eigentlich sein will. Und über dieser Selbstbeschäftigung oft das Wichtigste vergessen: Die Wirtschaft muss hier Geld verdienen können, dann kann man auch Soziales und Kultur bezahlen. Wer in Gera einen ordentlichen Job findet, hat keinen Grund wegzugehen. Und Konkurrenz belebt obendrein das Geschäft.

An der Umwandlung der Berufsakademie in eine Duale Hochschule hat die Landes­regierung Anteil (hoffentlich sind auch bald die Schilder fertig). Rot-Rot-Grün kann, nein muss jetzt noch einen draufsetzen: Einer Stadt, deren Einwohnerzahl wächst, die nun auch wirtschaftlich vor besseren Zeiten steht, der kann man nicht den Status der Kreisfreiheit nehmen. Warum denn auch.

Neues Einrichtungshaus mit 240 Jobs soll in Gera entstehen