Kommentar: Oberleitung statt Wasserstoff

Tino Zippel über die Thüringer „Wasserstoff-Liebe“.

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Die Gefahr ist offensichtlich: Wer sich bei der Eisenbahn vorschnell auf eine Technologie festlegt, bindet sich über viele Jahre daran. Wasserstoff-Züge mögen auf den ersten Blick zwar das Herz der grünen Umweltministerin Anja Siegesmund höher schlagen lassen, weil als Abgas nur Wasser herauskommt. Aber sind die Züge wirklich das Mittel der Wahl für nicht elektrifizierte Strecken?

Der Aufwand, Wasserstoff bereitzustellen, ist sehr groß. Thüringen schwebt vor, den aufwendigen Wandelungs­prozess mit Windkraft zu bestreiten. So lässt sich die Energie speichern. Doch wer diese teure Technik üppig fördert, zementiert über Jahre den Einsatz der Systeme.

Für eine kleine Nebenbahn wie die Schwarztalbahn mag das als ein Pilotprojekt gerade noch passen. Aber aus Sachsen heraus gibt es Bestrebungen, dass künftig Wasserstoff-Züge zwischen Gera und Leipzig rollen sollen. Die Mitteldeutsche Chemieindustrie soll den Treibstoff liefern.

Das ist eine Entscheidung zwischen Baum und Borke. Klar ist, dass eine Elektrifizierung wegen der aufwendigen Planung und Genehmigung nicht binnen weniger Jahre erledigt ist. Andererseits wäre das Bereitstellen von Wasserstoff-Infrastruktur und Oberleitung eine Doppelförderung und damit Verschwendung von Steuergeldern. Batteriezüge erscheinen deshalb als sinnvollere Übergangsvariante.

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