Kommentar zum Zimmermann-Rauswurf: Der Falsche musste gehen

Michael Ulbrich über den Trainer-Rausschmiss beim FCC.

Michael Ulbrich

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Foto: zgt

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Wenn Blinde über Farben reden, kommt genau so etwas heraus. Beim FC Carl Zeiss Jena wurde die Fehlentscheidung dieser Dekade getroffen.

Es ist ein Hohn, dass diejenigen, die für die Misere hauptverantwortlich sind, weiterhin schalten und walten dürfen. Zuvorderst Kenny Verhoene, der Sportdirektor von Rolands Gnaden, der am liebsten selbst Trainer geworden wäre. Ohne Murren hat Mark Zimmermann stets hingenommen, was ihm der Belgier aufgetischt hat. Die von ihm gewünschten Verstärkungen wurden nicht geholt – stattdessen eben andere. An dieser Stelle hätte Zimmermann schon lange Klartext reden müssen. Als Cheftrainer hätte er sich derlei Gebaren nicht gefallen lassen dürfen – denn am Ende ist er am Ende.

(Hinweis: Wir berichten am Montag um 14 Uhr im Livestream auf unserer Facebookseite von der Vorstellung des neuen Trainers.)

In der Krise werden nun Ex-Finanzvorstände, Selfmade-Millionäre und Versicherungs­vertreter zu Fußball-Experten, die davon faseln, dass „der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht habe“. Derlei Blabla vom Fußballstammtisch bildet dann die Grundlage einer Personalveränderung an der falschen Stelle.

Wie ist Ihre Meinung?

Mark Zimmermann hat diese Mannschaft erreicht, die Spieler waren fit. Nur reicht eben die Qualität nicht bei jedem aus, um in dieser Liga zu bestehen. Chris Förster und Verhoene waren es, die von Höherem parliert haben – erreicht werden sollte das in einer deutlich besseren Liga als im Vorjahr mit einem schwächeren Kader. Die Rechnung für deren Ahnungslosigkeit muss nun zuerst Mark Zimmermann bezahlen – falls es nun schief geht, wird es den Verein zurück in die Bedeutungslosigkeit schleudern.

Die Fans des Klubs sind deshalb zu Recht wütend. Mark Zimmermann war, ist und bleibt immer einer der ihren. Einer, der ein Vierteljahrhundert in diesem Verein gewirkt, für diesen Klub gelebt hat. Den jagt man nicht einfach vom Hof, weil vielleicht irgendwo in Belgien irgendwer eine Idee hat. So bewirkt der vergangene Samstag möglicherweise auch etwas Gutes. Es ist noch einmal offensichtlich geworden, wie schwach die Gremien, wie wenig kompetent einige handelnde Personen sind. Zu allererst Kenny Verhoene sollte schleunigst seine Koffer packen.

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