Kommentiert: Akzeptable Zwischenlösung

Tino Zippel über die Pläne der Bahn.

Schon seit Jahren haben die Wirtschaft und die Wissenschaft in Jena darauf hingewiesen, dass die Abkopplung vom schnellen Bahnverkehr droht. Spät, aber nicht zu spät haben die Politiker das Problem erkannt. Zwar dauert es noch bis 2023, bis in Jena zumindest wieder alle zwei Stunden die Fernzüge halten. Aber zumindest hat die Landesregierung eine Zwischenlösung gefunden, die Jena nicht ganz abhängt.

Alle zwei Stunden soll es einen schnellen Zug nach Leipzig geben. Zwar handelt es sich voraussichtlich um Nahverkehrszüge, die nicht den Komfort eines ICE bieten, aber zumindest erreichen sie die gleiche kurze Fahrzeit bis in die Messestadt. Denn die bisher geplante Lösung krankte vor allem daran, dass die als Ersatz gepriesenen Abellio-Züge auf dem Weg zum Leipziger Hauptbahnhof 16 Mal halten. 16 Zwischenstationen bedeuten nicht nur einen Zeitverlust, sondern auch deutliche Komforteinbußen. Geschäftsreisende müssen bei der Arbeit aufpassen, dass der Wind, der bei jedem Stopp durch den Zug pfeift, nicht alle Materialien verweht.

Die nun angepeilte Variante bringt wesentlich kürzere Reisezeiten mit sich und verbessert auch die Anbindung nach Berlin. Damit federt das Angebot den Verlust des ICE ab. Damit auch Saalfeld und Rudolstadt profitieren, wäre die beste Lösung, die Züge des Franken-Thüringen-Express bis Leipzig zu verlängern – trotz der wenig komfortabel ausgestatteten Fahrzeuge im Vergleich zu den Abellio-Zügen.

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