Kommentiert: Schleier gelüftet

Kann und darf einer, der in den USA aufgewachsen ist, Ostdeutschen erklären, dass sie ein Stück weit selbst daran beteiligt waren, dass der real existierende Sozialismus so lange auf deutschem Boden überdauern konnte?

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Immerhin rechnet der US-Historiker Professor Andrew Port sichtlich schonungslos mit dem Wesen der Ostdeutschen ab: Neidisch sind sie gewesen, Meckerer obendrein. Wahrhaftig kein Menschenbild, mit dem man sich gern identifizieren möchte.

Ports Analyse hat dennoch nicht nur seine Berechtigung, sondern ist eine Bereicherung für die ganz persönliche Erforschung des eigenen Ich. Denn er erklärt, warum sich ganz bestimmte Verhaltensmuster entwickelt haben – entwickeln mussten. Sicherlich: Wer nicht aneckte, hatte keine Repressalien zu fürchten. Man konnte es aushalten in der DDR – trotz Mangelwirtschaft. Und richtig, es gab Zweckbündnisse, obwohl man sich eigentlich nicht richtig grün war.

Es war also doch nicht alles so schön, wie manch’ einer es immer wieder herbeibeschwört. Port hat den Nimbus der ostdeutschen Solidargemeinschaft entzaubert wie es keinem anderen vor ihm bislang gelungen ist.

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