Meine Meinung: Corona-Krise offenbart peinliche Zustände

Den Rettungsdiensten geht das Schutzmaterial für die Mitarbeiter aus: Die Unterstützung seitens des Landes stockt.

Tino Zippel

Tino Zippel

Foto: Peter Michaelis

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Deutschland ist gut auf eine mögliche Pandemie vorbereitet. Dieser Satz klingt noch in den Ohren, haben ihn doch verschiedene Politiker kürzlich ausgesprochen. Nun befindet sich Deutschland mitten in der Corona-Pandemie, in der sich peinliche Mängel für eine hochentwickelte Industrienation wie Deutschland zeigen.

Die Verantwortlichen müssen sich hinterfragen, was Pandemiepläne taugen, wenn nicht einmal die Ausstattung von Rettungs­wagen mit Schutzmaterial gesichert ist. Normalerweise wäre doch fest davon auszugehen, dass Thüringen für Notfälle entsprechende Produkte in großer Zahl auf Lager hält, um damit auch die Rettungsdienste im Freistaat zu versorgen.

Aber Föderalismus lähmt nicht nur auf der Bundesebene den Kampf gegen das Virus. Auch im Kleinen muss jeder Rettungsdienst für sich kämpfen – und zwar zunächst um die Schutzausrüstung. Dabei ist diese so essenziell notwendig wie im Krankenhaus. Schließlich droht der Rettungsdienst in einer Kommune zusammenzubrechen, wenn sich die Retter beim ersten Corona-Patienten anstecken sollten und in der Folge ganze Wachen unter Quarantäne gestellt werden müssen.

Dass die Preise für Schutzausrüstung mit weltweit steigender Nachfrage nach oben gehen, ist in der Marktwirtschaft nicht verwunderlich. Doch darunter dürfen nicht die Rettungsdienste leiden. Die Kosten für Einmalprodukte müssen als Posten in der Abrechnung durchlaufen und von den Kassen ersetzt werden. Bei den aktuellen Preisen reicht der gezahlte Pauschalbetrag nicht einmal dafür, einen der beiden Mitarbeiter an Bord mit einer Maske auszustatten.

Die nun gesammelten Erfahrungen müssen dringend in aktualisierte Pandemiepläne einfließen. Dazu gehört auch eine eiserne Reserve in Landeshand. Wichtig ist, einen Kreislauf zu schaffen, so dass die Lagerware rechtzeitig vorm Ablauf der Haltbarkeit in den Kliniken zum Einsatz kommt und neue Ware wieder das Lager füllt. Damit bei nächsten Ernstfall nicht die große Suche von vorn beginnt.

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