Meine Meinung: Digitaler Hausbesuch

Bernd Jentsch über schnelles Internet in Thüringen.

Bernd Jentsch

Bernd Jentsch

Foto: Andreas Wetzel

Wenn vom schnellen Zugang zum Internet die Rede ist, dann haben nicht nur die Thüringer sicherlich sehr viele verschiedene Bilder im Kopf. Der eine denkt an Filme, die man ohne große Probleme und zeitlichen Aufwand ansehen oder herunterladen kann. Der Architekt jubelt über den Austausch von Plänen mit Kollegen oder Auftraggebern und der Mediziner freut sich über zusätzliche Möglichkeiten. Etwa die digitale Krankenschwester. Die besucht die Patienten gerade in den kleinen Dörfern auf dem Land und bringt dabei nicht nur das Thermometer, sondern auch das Tablet mit. Mit dessen Hilfe kann sie jederzeit und ohne großen Aufwand den Kontakt mit dem Arzt in der Praxis aufnehmen.

Er habe bei älteren Patienten schon Tränen in den Augen gesehen, wenn diese auf dem digitalen Weg plötzlich mit dem Hausarzt reden könnten, verriet der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung im Freistaat, Sven Auerswald, am Dienstag beim Glasfaserforum.

Allerdings ist diese Vision längst noch nicht in allen Ecken unseres Landes umsetzbar. Denn Voraussetzung für den Dialog zwischen Arzt und Patient via Internet sind verfügbare schnelle Datenleitungen. Mit Fördermitteln von Bund und Land sollen weiße Flecken auf der Landkarte bei der Glasfaserversorgung getilgt werden. Im kommenden Jahr sollen in vielen Gemeinden die Bagger loslegen. Damit verbundene Unannehmlichkeiten werden die Menschen in Kauf nehmen, mit der Aussicht auf bessere Verbindungen.