Meine Meinung: Frank Kalla über den Fachkräftemangel im Kreis

Können Sie sich noch an die Zeit erinnern, als Hunderte Mitarbeiter der Keramischen Werke Hermsdorf aus Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze das gleichnamige Autobahnkreuz besetzten, als in vielen Betrieben Kurzarbeit die Regel war und Jobsuchende in langen Schlangen vor den Arbeitsämtern standen?

Tausende frustrierte junge Leute zog es nach der Ausbildung in Richtung Westen, wo man sich ein besseres Leben aufbauen konnte als in der ostdeutschen Provinz. Wer hierzulande einen Job hatte, der fügte sich, hielt sprichwörtlich das Maul und beklagte sich nicht, wenn am Ende des Monats ein Berg von unbezahlten Überstunden geleistet worden war.

Nun, die Zeiten haben sich geändert und zwar rasant. Fühlte man sich damals als Arbeitnehmer wie ein König, wenn man einen der wenigen freien Jobs ergattern konnte, so sind es heutzutage die Arbeitgeber, die über eine neue qualifizierte Fachkraft in ihrem Unternehmen jubeln wie über einen Fünfer im Lotto.

Selbst wenn sich die Konjunktur abkühlen sollte: Die Stunde der Arbeitnehmer ist da. Wer bereit ist, Neues zu wagen, dem stehen alle Möglichkeiten offen. Selbst für die jungen Leute gibt es immer weniger einen Grund, das Glück fernab der Heimat zu suchen. Gut ausgebildeter Nachwuchs wird gesucht und umworben, und das in nahezu allen Branchen.

Die Botschaft der Agentur stimmt: Wer will, der kann inzwischen seinen Traumjob im Osten finden bei fairem Lohn.

Fachkräftelücke wird sich auch in Jena und im SHK bis 2020 spürbar vergrößern