Meine Meinung: Marcus Pfeiffer über den langsamen Tod eines Flächennaturdenkmals

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Es ist schade, dass die Noßbachtalsperre in Kleindembach abgerissen wird. Sie wurde 1936 angelegt, um Brauchwasser für die schon längst untergegangene Textilindustrie in Pößneck zu generieren. Glaubt man Reiner Becher aus Langenorla, habe man eher selten auf das Wasserreservoir zugreifen müssen. Vielleicht war das auch ganz gut so, denn die Natur konnte sich in Ruhe ausbreiten, sich in dem von Menschhand geschaffenen Staubecken einrichten. Jahre später erinnert man sich – und kämpft zeitweise – für den Erhalt des Naherholungsgebietes mitten im Wald. Muscheln, Krebse, Fische, Vögel und andere Tiere waren und sind da noch zu Hause. Doch der Rückbau wird nun langsam forciert, man kümmert sich nicht mehr darum. Der über Jahre angerichtete Schaden ist nicht mehr gut zu machen. Das Wasser ist auf ein Minimum reduziert worden und abgeholzte Bäume sind am Uferbereich zu sehen. Die Fauna wird schrittweise zurückgedrängt. Es ist still geworden rund um die Noßbachtalsperre – keine Banner, kein Bürger­begehren, keine Aktivisten.

Die Initiative von Reiner ­Becher ist vielleicht ein letztes Aufbäumen, auf alle Fälle ist es ein wehmütiges Erinnern eines Langenorlaers, der sich mit der scheinbar unumstößlichen Entscheidung über den Abriss eines Flächennaturdenkmals abgefunden hat. Ich hoffe, dass die Planer im Schleizer Landratsamt ein halbwegs vergleichbares Konzept zur Talsperre in der Schublade haben, um Wald-, Teich- und Wiesenbewohnern ein neues Zuhause bieten zu können.

Anhörung zum geplanten Abriss Noßbachtalsperre

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