Meine Meinung: Problem in der Chefetage

Holger Zaumsegel über die Krise des FC Bayern München.

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Uli Hoeneß hat schon immer polarisiert, nicht erst seit seiner Steuer-Affäre. Die einen schätzen die „Abteilung Attacke“ des FC Bayern, für andere gehört der Präsident der Münchner längst in den Ruhestand – Maulkorb inklusive. Dass die Kicker von der Isar aktuell nicht dort sind, wo sie nach eigenem Empfinden hingehören – ganz oben – schmeckt dem Patriarchen freilich gar nicht.

Dass er seit seiner Rückkehr aus dem Gefängnis Teil des Problems ist, wird er nicht gerne hören, trifft die Sache aber auf den Punkt. Waren Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge früher ein Duo, das sich bestens ergänzte, wirken der Präsident und der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG heute nur noch wie eine Zweckgemeinschaft. Unterschiedliche Auffassungen, interne Machtkämpfe prägen das Bild. Dass heute der eher unerfahrene Niko Kovac und nicht der auch international anerkannte Thomas Tuchel Trainer an der Säbener Straße ist, hat nicht zuletzt mit dem Zögern der Bayern-Bosse nach dem Ancelotti-Rauswurf zu tun. Dass die Münchner in diesem Transfersommer lediglich Goretzka holten sowie auf die Rückkehrer Gnabry und Sanches setzen, statt den Kader endlich mit neuen, hungrigen Stars auszustatten, liegt ebenso an Uneinigkeiten in der Transferpolitik. In der jüngsten Krise und Trainerdiskussion gab Hoeneß auch keine gute Figur ab. Erst machte er Andeutungen, die wenig Empathie für Kovac offenbarten. Jetzt stellt er sich hinter ihn. Was den nun?

Der Fisch stinkt vom Kopf, lautet ein Sprichwort. Fest steht: Ist die Chefetage der Bayern uneins, wird es auch auf dem Platz keine Harmonie geben.

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