Meine Meinung: Von Zahlpausen in der Corona-Krise und Solidarität

Pendler im Thüringer Nahverkehr wollen ihr Abo in der Corona-Krise pausieren lassen.

Tino Zippel ist stellvertretender Chefredakteur der OTZ.

Tino Zippel ist stellvertretender Chefredakteur der OTZ.

Foto: Peter Michaelis

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Der Wunsch der Berufspendler, nur für Leistungen zu zahlen, die sie auch in Anspruch nehmen, ist verständlich. Ebenso verständlich ist, dass die Verkehrsbetriebe auf die Einnahmen angewiesen sind, obwohl sie in der Corona-Krise teils die Leistungen kürzen müssen.

Dennoch ist großer Aufwand nötig, um den Nahverkehr in Thüringen flächendeckend am Rollen zu halten. Das beginnt damit, dass durch veränderte Betriebsabläufe das Personal so getrennt wird, dass bei einem Corona-Fall nicht die komplette Belegschaft in Quarantäne gehen muss. Auch die Nahverkehrsbetriebe haben eine Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, die einer Risikogruppe angehören, und müssen für diese besondere Schutzmaßnahmen ergreifen.

Vorsorglich stellen viele Unternehmen jetzt auf einen Fahrplan um, der auch bei mehr Corona-Ausfällen in der Belegschaft ein stabiles Angebot ermöglicht. Überdies hat die Zahl der Fahrgäste aufgrund der Schulschließungen sowieso stark abgenommen: Mancherorts fahren Busse komplett leer durchs Land, was weder ökonomisch noch ökologisch ist.

Kulante Lösungen für Stammkunden führen in einer solchen Krise zu Einnahmeausfällen, die letztlich nur durch größere Zuschüsse des Landes zu kompensieren wären. Schließlich wollen die Betriebe ihre Mitarbeiter weiter bezahlen.

Vor ähnlichen Problemen stehen Fitnessstudios. Obwohl nach deren Schließung eine Zahlpause möglich wäre, hoffen viele Anbieter auf die Treue ihrer Kunden. Die Sportbegeisterten können nämlich ihre gewohnte Trainingsstätte nach der Corona-Pandemie nur dann weiternutzen, wenn der Anbieter die Krise finanziell übersteht. Auch Künstlern hilft es, wenn aus Solidarität bei ausgefallenen Konzerten auf die Erstattung des Ticketpreises verzichtet wird.

Freilich fällt das nur demjenigen leicht, der nicht von Kurzarbeit oder sonstigen finanziellen Ausfällen in Größenordnungen gebeutelt ist. Es bleibt die Feststellung: Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben fest im Griff.

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