Michael Groß über die Gewissheit eines Wiedersehens

Der Harald-Seime-Abend wird längst nicht der letzte Auftritt des Meisters gewesen sein.

Wenn man die Einladungskarte zum Harald-Seime-Abend liest, fällt auf, dass dort nicht einmal die Zahl 80 vorkommt. Und das, obwohl der Matador jenes Abends Anfang März 80 geworden ist und es deshalb zu dieser Gala am Dienstag gekommen war. Aber die Veranstalter haben recht getan mit dem Weglassen jener Zahl. Denn das Publikum erlebte einen Harald Seime, der nichts an meisterlich beherrschter Körpersprache sowie gekonnter Mimik und Gestik verloren hat, der 90 Minuten auf de Bühne agierte, ohne ein Wort auszusprechen und dennoch so viel zu sagen hatte. Da konnte man die 80 Jahre getrost vergessen. Und alle vereinte an dem Abends wohl die sichere Erwartung, dass dies längst nicht der letzte Auftritt des Meisters gewesen ist. Und außerdem das gute Gefühl: Jena hat – auch wenn das manchmal nicht so wahrgenommen wird – auch einen menschlichen Reichtum an kostbarer Kunst.

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