Sicherheit für alle: Sandra Hoffmann über ein lückenhaftes Rettungssystem im Wald

„Im Wald baden“, Kraft und Energie tanken, so wirbt Thüringen gern für sich als Urlaubsregion. Und einen Spaziergang durch den Wald oder eine Wanderung unternehmen auch Einheimische gern.

Wer denkt dann schon daran, dass etwas passieren kann? Und doch ist es nicht ausgeschlossen.

Um im Wald Beschäftigten im Notfall eine zügige Rettung zu gewährleisten, gibt es in Thüringen die so genannte „Rettungskette Forst“, zu der die forstlichen Rettungspunkte gehören. Es ist gut und richtig, dass an die Sicherheit der Waldarbeiter gedacht wird, aber wieso ist nicht gleich die aller Waldbesucher ins Auge gefasst worden? Ja, diese dürfen die forstlichen Rettungspunkte im Ernstfall mit nutzen, aber was nützt das, wenn dieses System nur im Staatswald gepflegt wird?

Das Thüringer Innenministerium, das für die Sicherheit, den Brandschutz und die Rettungsleitstellen zuständig ist, sieht dennoch keinen Bedarf, die Rettungskette zu verbessern und etwa per Gesetz auf alle Waldbesitzarten auszuweiten. Und auf die Frage, wer für den zusätzlichen Schaden aufkommt, weil die Rettungskette nicht einheitlich vorhanden ist und damit mancherorts nicht genutzt werden kann, antwortet es lieber gleich mal nicht. Eine Antwort ist ebenso das Thüringer Wirtschaftsministerium schuldig geblieben. Dabei sollte es im Sinne des Tourismus ein Interesse an einem landesweit einheitlichen Forstrettungssystem haben. Zumal es sich mit einem solchen Konzept wunderbar werben ließe, wie sicher Urlauber im wanderbaren Thüringen sind.

Hilfe im Wald im Notfall nur punktuell

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