Spitze: Notkäufe statt Königstransfer

Holger Zaumsegel über Bayerns Perisic-Verpflichtung.

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Als Anhänger von Fußball-Rekordmeister Bayern München hatte man es früher leicht. Die Hoeneßsche Transferpolitik war genauso einfach wie genial – einfach die besten Spieler der deutschen Konkurrenten kaufen sowie ab und an einen internationalen Topstar. Das reichte meist, um die nationale Konkurrenz hinter sich zu lassen. Und hin und wieder auch für einen Angriff auf Europas Thron.

Über mangelnde Erfolge, mal abgesehen vom Abschneiden in der Champions League, konnten sich die Bayern-Fans in den zurückliegenden Jahren auch nicht beklagen. Aber mit der angekündigten „Transfer-Offensive“ haben die meisten doch so ihre Probleme. Sie wirkt planlos, und auch der FCB-Sympathisant ist ein Gewohnheitstier. Wenn dann Erzrivale Borussia Dortmund in Bayern-Manier die besten Bundesliga-Kicker unter Vertrag nimmt und sich mit Blick auf die Abwehrsorgen dank Hummels auch noch beim Bayern-Kader bedient, verstehen viele die Welt nicht mehr.

Darin bestärkt werden die Fans, wenn die Antwort auf die Frage, wer „Robberys“ Erbe antreten soll, Perisic lautet. Bei allem Respekt vor dem Kroaten: Er kann schon mit Blick auf sein Alter von 30 Jahren nur eine Übergangslösung sein.

Natürlich ist es Pech, dass sich Sané verletzt hat. Aber die Bayern hatten genug Zeit, den großen Umbruch, von dem seit Jahren gesprochen wird, einzuleiten. Da ist es fast peinlich, wie sie sich im Werben um Europas beste Kicker regelmäßig eine blutige Nase holen. Vielleicht nehmen in den kommenden Tagen die Chancen zu, weil Englands finanzkräftige Vereine nicht mehr einkaufen dürfen. Aber der bisherige Transferverlauf zeigt, dass entweder das bayrische Festgeldkonto nicht so gut gefüllt ist wie gedacht. Oder, dass die Bundesliga an Attraktivität eingebüßt hat.

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