Anerkannt: Land Thüringen macht Weg frei für Brehm-Stiftung

Renthendorf  Thüringer Innenministerium händigt Stiftung Anerkennungsurkunde aus, die Institution ist damit arbeitsfähig.

Stiftungsvorstand Jochen Süß zeigt vor dem Brehm-Haus in Renthendorf die Anerkennungsurkunde für die Brehm-Stiftung, die vom Innenministerium ausgestellt wurde.

Stiftungsvorstand Jochen Süß zeigt vor dem Brehm-Haus in Renthendorf die Anerkennungsurkunde für die Brehm-Stiftung, die vom Innenministerium ausgestellt wurde.

Foto: Frank Kalla

Die Freude stand Brehm-Gedenkstättenleiter Jochen Süß ins Gesicht geschrieben. „Wir haben eine Basis und gehen in eine gesicherte Zukunft“, sagte er und zeigte stolz die Anerkennungsurkunde, die am 10. August 2017 in Erfurt ausgestellt wurde.

Drei Jahre lang hatten Süß und zahllose Mitstreiter an dem Stiftungsprojekt gearbeitet. „Das Kernproblem war nachzuweisen, dass die geplante Stiftung dauerhaft lebensfähig ist.“ Im Frühjahr dieses Jahres schließlich hoben 66 Gründungsstifter die „Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehm Stiftung“ in Renthendorf aus der Taufe und verpflichteten sich, nach der Genehmigung 42 900 Euro Grundkapital einzuzahlen. Zudem erklärten sich einige der Gründer als Zustifter. 10 200 Euro kamen so noch einmal zusammen, über dieses Geld kann die Stiftung ab sofort verfügen.

„Nur der Grundstock der Stiftung darf nicht angerührt werden“, erklärte Süß, der auf der Gründungsversammlung zum Vorstandsvorsitzenden der Stiftung gewählt wurde. Neben ihm gehören Institutsdirektor Martin Fischer von der Uni Jena als Vize und Holger Scholz von der Sparkasse Jena-Saale-Holzland als Schatzmeister dem Vorstand an. Der Stiftung geht es um das Bewahren des Erbes von Edmund Alfred Brehm (1829 bis 1884) und von Christian Ludwig Brehm (1787 bis 1864).

Erklärtes Ziel der Brehm-Stiftung ist es, dass gesamte Ensemble – also das Brehm-Haus, das Pfarrhaus nebst den Nebengebäuden unter Einbeziehung des Schullandheimes – zu einem Campus zu entwickeln. Mittelfristig sollen das der Gemeinde Renthendorf gehörende Brehm-Haus sowie das Pfarrhaus, in dem einst „Vogelpastor“ Christian Ludwig Brehm wirkte und das dem evangelisch-lutherischen Kirchengemeindeverband Renthendorf gehört, in das Eigentum der Stiftung überführt werden.

„Wir werden das Gesamtareal entwickeln und hier Forschung, Bildung, Denkmalschutz, Natur- und Umweltschutz unter dem Namen Brehm zusammenführen“, erklärte Gedenkstättenleiter Süß. Derzeit wird die Brehm-Gedenkstätte von einem Zweckverband unterhalten und betreut.

Ein bis zu 15-köpfiges Kuratorium, dem unter anderem Vertreter aus Gemeinden, dem Förderkreis Brehm oder der Universität Jena angehören, wird künftig darüber wachen, dass der Vorstand bei seiner Arbeit dem Stiftungsgedanken voll und ganz Rechnung trägt.

Vorerst steht bei Süß aber das Werben um weitere Zustifter im Vordergrund. Ein erster Zustifter stellte weitere 2600 Euro in Aussicht, eine „große Summe“ für einen Privaten, sagte Süß.

„Wenn wir etwas als Stiftung bewegen wollen, brauchen wir neben zahlreichen kleinen Zuwendungen auch die Unterstützung aus der Wirtschaft.“ So will der Vorstand nun bei großen Unternehmen vorstellig werden, deren Geschäft die Bereiche Natur und Umwelt berührt. „Wenn wir starke Zustifter mit ins Boot holen könnten, würde das dem Gesamtprojekt großen Auftrieb geben.“

Unterdessen kann der Brehm-Zweckverband auf große Fortschritte bei der Sanierung und Rekonstruktion des Brehm-Hauses verweisen. Etwa 1,4 Millionen Euro flossen bislang in die Rettung des Hauses, in dem der große Tierforscher Alfred Brehm starb. Weitere 90 000 Euro wurden von Stiftungen, Privaten, vom Land und anderen Sponsoren für die Restaurierung von Möbeln oder den beiden Grabstätten zur Verfügung gestellt.

Potenzielle Zustifter können sich jederzeit per E-Mail unter jochen_suess@t-online.de bei Stiftungsvorstand Jochen Süß melden. Frank Kalla über die Anerkennung der Brehm-Stiftung durch den Freistaat Thüringen

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