Elmar Otto über die Grünen im Vorwahlkampfmodus

Die Thüringer Grünen haben es gerade besonders schwer. Die Verunsicherung über das Berliner Heizungsgesetz und andere kommunikative Fehlleistungen wirken weiter nach. Ihr Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist ein gefallener Star. Der einstige Rückenwind aus der Hauptstadt hat gedreht und bläst dem freistaatlichen Landesverband böse ins Gesicht.

Auch ohne diese nicht selbst verschuldeten Erschwernisse hat es die Ökopartei in Thüringen stets schwer gehabt. Und zu all dem hat neben der im vergangenen Jahr von der Fahne gegangenen Umweltministerin Anja Siegesmund nun auch noch Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich ihren Rückzug zum Ende der Legislatur angekündigt.

Deshalb sollen es jetzt Madeleine Henfling und Bernhard Stengele richten. Die profilierte Innenexpertin und der Siegesmund-Nachfolger im Umweltressort setzen auf grüne Kernthemen. Es geht um Demokratie, Bürgerrechte, Digitalisierung und den Kampf gegen rechts. Aber natürlich stehen zudem Klima-, Natur- und Umweltschutz, erneuerbare Energien sowie klimaneutrale Wirtschaft ganz oben auf der Agenda.

Um die Menschen von ihrer Politik zu überzeugen, müssen Henfling und Stengele allerdings eine Schippe drauflegen. Ansonsten droht die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

Nur auf das Erreichte zu verweisen und davor zu warnen, dass gute Politik rückabgewickelt werden könnte, wird zu wenig sein.