Region Donezk/Ukraine. Oleh kämpft seit Monaten in der Ukraine. Der Krieg hat ihn gebrochen. Er kann nicht mehr weiterkämpfen – doch er muss. Ein Frontbesuch.

Eigentlich braucht Oleh eine Behandlung. Dringend. Der Krieg hat sich tief in sein aschfahles Gesicht eingegraben, es ist hagerer geworden, der Bart länger, struppiger. Seine Augen sind müde, er schaut oft ins Nichts. Er hat immer wieder dem Funkverkehr der eigenen Infanterie zugehört, die er mit seinem Schützenpanzer im Gemetzel an der Front bei Awdijiwka absetzt. Was über den Funk reinkommt, hat ihn krank gemacht. Die verzweifelten Rufe nach Hilfe für die Verwundeten. Die Meldungen über die Toten. Er weiß: „Ich habe psychische Probleme.“ Oleh, 25, kann nicht mehr. Er muss aber weiterkämpfen.