Auszubildende in Thüringen leben ungesund

Berlin  Kein Frühstück, zu viel Fastfood, zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol und „ständig“ vor dem Computer. Der Lebenswandel vieler Lehrlinge klingt nach frühem Herzinfarkt. Die Thüringer rangieren unter Durchschnitt.

Eine junge Frau isst einen Hamburger. Foto: Gero Breloer/dpa

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Viele Auszubildende in Deutschland leben nach einer Umfrage ungesund. Entsprechend schlecht ist ihre gesundheitlichen Verfassung. Ein Drittel der Auszubildenden berichte über häufig auftretende körperliche und psychische Beschwerden. Dies geht aus einer Befragung von Auszubildenden zu ihrer Gesundheit hervor, die am Montag im Rahmen des Fehlzeiten-Report 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vorgestellt wurde.

Gesundheitsgefährdendes Verhalten wie wenig Bewegung, schlechte Ernährung, wenig Schlaf, zu viel Zeit vor Fernseher, Computer oder Smartphone ist danach bei jedem fünften Auszubildenden zu beobachten. Bei fast jedem zehnten Befragten treten gesundheitliche Beschwerden und gesundheitsgefährdendes Verhalten gleichzeitig auf, so die Studie.

Ein solches Verhalten stellt Unternehmen, die hände­ringend Auszubildende suchen, auf Dauer vor große Schwierigkeiten. Der kommissarische Geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbandes, Frank Michalak, appellierte an die Unternehmen, sich bei der Prävention mehr auf diese Zielgruppe einzustellen.

Der stellvertretender WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder unterstrich, betriebliche Gesundheitsförderung für die jungen Mitarbeiter sei auch ein Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Ende 2014 gab es knapp 1,4 Millionen Auszubildende in Deutschland, etwa 37 000 Lehrstellen blieben unbesetzt.

AOK-PLUS-versicherte Azubis in Thüringen wiesen 2014 einen Krankenstand von 4,6 Prozent auf. Damit rangieren sie im bundesweiten Vergleich auf Rang 9. Den niedrigsten Krankenstand hatten die Azubis in Bayern mit 3,4 Prozent, den höchsten Berlin mit 6,3 Prozent. Der Bundesdurchschnitt betrug 4,3 Prozent. Der Krankenstand aller AOK-PLUS-Mitglieder lag in Thüringen bei 5,7 Prozent. Die Fehlzeiten wegen wegen psychischer Erkrankungen stiegen insgesamt wieder deutlich an. Bei den psychischen Symptomen wurden in der Umfrage unter den Auszubildenden „Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung“ von 36 Prozent genannt. Das ist mit Abstand der höchste Wert gefolgt von „Lustlosigkeit, ausgebrannt sein“ (15,1 Prozent). Bei den körperlichen Symptomen wurden zuerst „Kopfschmerzen“ (25,7 Prozent), „Verspannungen, Verkrampfungen“ (22,1) und „Rückenschmerzen“ (21,1) angesprochen.

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