Beschwerden in Größenordnungen zur gestrichenen Stelle des Schulsozialarbeiters in Pößneck-Ost

Schleiz/Pößneck  Zur Schulsozialarbeit soll es einen Ergänzungsantrag geben. Auch Gymnasium Pößneck hinterfragt Stellenstreichung.

Symbolbild

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Foto: Marijan Murat

Für den Jugendförderplan des Saale-Orla-Kreises, der unter anderem die Schulstandorte der Schulsozialarbeit festschreibt und im Juni mehrheitlich durch den Kreistags-Jugendhilfeausschuss beschlossen wurde, soll voraussichtlich in der November-Sitzung des Ausschusses ein Ergänzungsantrag vorgelegt werden. Dieser soll eine Lösung für die gestrichene Stelle des Schulsozialarbeiters an der Grundschule in Pößneck-Ost enthalten. Das war in der Ausschuss-Sitzung am Donnerstagnachmittag in Schleiz zu hören.

„Die klassische Schulsozialarbeit ist mit dem vergangenen Schuljahr ausgelaufen, weil das Land eine Förderrichtlinie geändert hat und die Verwaltung entsprechend reagieren musste“, fasste Landrat Thomas Fügmann (CDU) zusammen. Der Jugendhilfeausschuss hatte einen Unterausschuss gebildet, der sieben Mal tagte und schließlich einen Vorschlag zu den zu­künftigen Einsatzorten der Schulsozialarbeiter unterbreitete. Diesem Vorschlag hatte der Jugendhilfeausschuss mehrheitlich zugestimmt.

„Im Sommer sind bei mir Beschwerden in Größenordnungen eingegangen, vor allem aus der Grundschule in Pößneck-Ost, aber auch aus den Gymnasien“, berichtete Fügmann. „Dieses neue System, das wir nicht zu verantworten haben, wirft uns um Jahre zurück“, stellte er fest. Waren bisher 23 Schulsozialarbeiter an allen 37 staatlichen Schulen im Einsatz, sind es jetzt noch acht in elf Schulen.

„Die Grundschule in Pößneck-Ost wurde im Ausschuss diskutiert und es gab Stellungnahmen vom Schulamt und von der Arbeitsagentur. Wir sind noch mal in die Spur gegangen und haben geschaut, wie wir den Konflikt entschärfen können. Wir sehen einen Lösungsansatz, den wir prüfen werden“, sagte Thomas Fügmann, ohne Details nennen zu wollen. Wenn Klarheit hergestellt sei, die es im Moment noch nicht gebe, werde die Verwaltung in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses einen Ergänzungs­antrag vorlegen.

„Wir müssen noch einige Gespräche führen – mit den betroffenen Schulen und dem zuständigen Ministerium“, ergänzte Ines Krasser, Fachdienstleiterin Jugend und Familie/Jugendamt in der Kreisverwaltung. Da die Gelder für die Schulsozialarbeit seitens des Landes fließen, brauche es die Genehmigung des entsprechenden Ministeriums, begründete sie.

„Ich begrüße, dass der Bürgermeister von Pößneck und der Landrat Gespräche geführt haben und es eine Lösung gibt. Und wenn es eine Lösung gibt, sollten andere Schulen nicht benachteiligt werden“, sagte Ausschussmitglied Wolfgang Kleindienst (UBV) Bezug nehmend auf den OTZ-Artikel „Schulsozialarbeit in Pößneck-Ost in Sicht“ vom 29. August. Eine solche Lösung hatte die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Regine Kanis (SPD) in dem Änderungsantrag der UBV zum Jugendförderplan vermisst. Der Anfang Juli eingegangene Antrag sei dennoch im Landratsamt geprüft worden und soll in der nächsten Ausschusssitzung auf die Tagesordnung kommen, da der verabschiedete Jugendförderplan laut Kommunalordnung drei Monate lang nicht wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden dürfe, wenn sich keine neuen Zusammenhänge ergäben.

Regine Kanis informierte darüber hinaus, dass sich die Elternsprecherin des Pößnecker Gymnasiums schriftlich an sie gewandt habe mit der Frage, weshalb es an dieser Schule keinen Schulsozialarbeiter mehr gebe. Sie werde ihr antworten, dass aufgrund der aktuellen Lage das bisherige Modell der Schulsozialarbeit nicht mehr möglich sei. „Ich würde gern wieder an jeder Schule einen Schulsozialarbeiter einsetzen“, legte Regine Kanis ihre Meinung dar. Sie selbst allerdings habe bislang keine Antwort erhalten auf ihre Anfrage beim Bildungswerk Blitz, wie der Grundschule in Pößneck-Ost nach dem Wegfall des Schulsozialarbeiters bei Problemen geholfen werden kann. Den Bedarf für einen Schulsoziarbeiter an der Grundschule in Pößneck-Ost unterstrich deren Elternsprecherin Susanne Wrensch, indem sie Thomas Fügmann in der Ausschusssitzung den entsprechenden Beschluss der Schulkonferenz überreichte.

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