Bürger wehren sich gegen dritten Sendemast am Geraer Ferberturm

Erst mit dem Beginn der Bauarbeiten haben Anwohner erfahren, dass gleich nebenan eine neue Anlage für die Telekom gebaut wird. Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Widerspruch wurde eingelegt.

Fundament für künftigen telekom Mast am Ferberturm in gera - Bürgerinititaive setzt sich gegen das Bauvorhaben neben Wohnhäusern zur Wehr. Foto: Angelika Munteanu

Foto: zgt

Gera. Klaus Rüdiger ist verärgert über den Sendemast, der gleich auf dem Feld hinter seinem Haus im Heckenrosenweg in die Höhe wachsen soll. Das Fundament ist bereits errichtet.

Gebaut wird der Mast für die Telekom. Die nutzt derzeit noch den etwa 200 Meter entfernten, bei den Anwohner sogenannten Behördenmast mit. "Der bisher genutzte Funkmast am Ferberturm befindet sich nicht im Eigentum der Telekom und ist für Modernisierungsmaßnahmen statisch nicht geeignet. Daher wurde seit 2012 ein Ersatzstandort gesucht, um der Wirtschaft und Bevölkerung im Versorgungsbereich eine moderne und hochwertige Kommunikationsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Dieser ist am neuen Standort jetzt gefunden", teilte gestern auf OTZ-Nachfrage der Pressesprecher der Deutschen Telekom AG, Georg von Wagner mit.

"Wir sind nicht einmal im Vorfeld informiert worden", sagt Rüdiger. Er ist Sprecher der Bürgerinitiative, die sich inzwischen gegen den Bau des Mastes formiert hat. Widersprüche gegen die Baugenehmigung sind eingelegt. Den Eingang der Nachbarwidersprüche bestätigen sowohl die Stadtverwaltung als auch das Landesverwaltungsamt. Die Bürgerinitiative wird inzwischen unterstützt vom am Ferberturm aktiven Verein Bürgerforum Leben - Wohnen - Umwelt e."V.

"Derartige Bauvorhaben von Telekommunikationsunternehmen werden nach Baugesetzbuch leider so privilegiert behandelt, dass Anträge und Entscheidungen hinter verschlossenen Türen vorgenommen werden und damit Transparenz und demokratischer Mitbestimmung auf der Strecke bleiben", heißt es in einem Schreiben des Vereins an die Telekom und die zuständigen Behörden. Bürgerinitiative und Verein sind nicht nur deshalb verärgert, weil mit dem neuen Mast künftig drei solcher Anlagen in der Nähe des Ferberturms die Landschaft verschandeln würden. Unmittelbare Anwohner haben auch Bedenken wegen der Strahlung, die von der Sendeanlage ausgehen könnte.

Ihre größte Sorge ist aber das Gefahrenpotenzial, das aus ihrer Sicht von dem geplanten etwa 30 Meter hohen Bauwerk ausgehen könnte. In seinem Schreiben an die Behörden verweist der Verein darauf, dass der Mast in der unmittelbaren Einflugschneise des Flugplatzes Gera-Leumnitz errichtet wird. Der Flugplatz ist zwar um 20 Meter höher gelegen als das Feld, auf dem der Mast gebaut werden soll. Damit würden nur noch zehn Meter des Mastes in etwa 1,4 Kilometern Entfernung über dem Niveau der Landebahn liegen. Aus Sicht der Behörden und des Flugplatzbetreibers also kein Problem.

Die Anwohner sehen es aber dennoch. "Was, wenn ein Unfall geschieht und ein Flugzeug am Sendemast hängen bleibt? Das Christliche Jugenddorf ist nicht weit und auch ein Ölhandel hat sein Lager in der Einflugschneise", sagt der Sprecher der Bürgerinitiative. "Auch wenn in der Stellungnahme des Thüringer Landesverwaltungsamtes sich die Mobilfunkmastspitze gering unterhalb des auf dem Papier vorgegebenen Winkels der Anflugneigungslinie befindet, stellt das Bauwerk trotzdem ein bedeutendes Hindernis im Direktanflug dar", formuliert auch der Verein Bürgerforum in seinem Schreiben an die Telekom und die Behörden.