Bürgermeister-Wahl in Eisenberg: Kieslich und Lippert in der Stichwahl

Eisenberg  Wie vor zwölf Jahren haben die Eisenberger beide Kandidaten in der Stichwahl. Lippert will gegen vorläufige Suspendierung vorgehen.

Michael Kieslich (CDU)

Foto: Angelika Munteanu

Gute Stimmung herrschte zur Wahlparty von Michael Kieslich. Mit 38,9 Prozent der Wählerstimmen nach dem vorläufigen Wahlergebnis und damit mit einem deutlichen Vorsprung hat es der Bürgermeisterkandidat der CDU in Eisenberg in die Stichwahl geschafft.

Mit ihm wird in der Stichwahl der gewählte – und vorläufig suspendierte – Bürgermeister Ingo Lippert antreten, der 23,7 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen erhalten hat. Die gleiche Konstellation wie vor sechs Jahren, als Lippert die Stichwahl mit gut 72 Prozent der Wählerstimmen letztlich gewonnen hatte. „Ich bin sehr erfreut, dass ich es in die Stichwahl geschafft habe“, sagte Lippert am Abend, nachdem das vorläufige Wahlergebnis festgestanden hat. Er danke allen, die das ermöglich haben. Am Montag wolle er gegen die über ihn verhängte vorläufige Suspendierung vorgehen. „Damit für die Wähler klar ist, dass ich, so ich in der Stichwahl gewählt werde, das Bürgermeisteramt antreten kann.“

Herausforderer Kieslich war gleichfalls erfreut über sein Resultat. „Mit einer Stichwahl hatte ich gerechnet, aber nicht, wer dann dabei sein wird“, sagte er. Für die Bürgermeisterwahl am 29. April wolle er sehen, weitere Wähler in der Kreisstadt zu mobilisieren.

„Ich muss das Resultat erst einmal sacken lassen“, erklärte der Kandidat der Linken, Steffen Much, der 13,2 Prozent der Wählerstimmen erhalten hat. „Aber ich danke allen Wählern und allen, die mich bei meinem Wahlkampf unterstützt haben“, sagte Much und meinte weiter: „Ich denke, ich habe einen fairen Wahlkampf geführt. Für mich heißt es jetzt, mich weiter auf die Arbeit im Stadtrat zu konzentrieren.“

Der amtierende Bürgermeister und Erste Beigeordnete Götz Witkop (Bund der Selbstständigen) ist für ein Statement am Sonntagabend telefonisch nicht erreichbar gewesen. Er lag nach dem vorläufigen Wahlergebnis mit 0,3 Prozentpunkten vor Much, weit weg von den Resultaten der beiden Kandidaten, die es in die Stichwahl geschafft haben,

Der kommunalpolitische Senkrechtstarter und Einzelkandidat Harald Hartmann liegt mit 10,7 Prozent der Wählerstimmen nur wenige Prozent dahinter. „Es ist erstaunlich, was wir zu Dritt im Wahlkampfteam in der Kürze der Zeit geschafft haben und ich danke allen, die mir ihre Stimme gegeben haben“, sagte er. Während des Wahlkampfes und auch gestern am Wahltag habe er viel positives Feedback erfahren. „Ich bin jetzt nicht weg, und bei diesem oder jenem würde ich künftig dabei sein wollen“, sagte er. Vielleicht würde er auch als berufener Bürger in einem Stadtratsausschuss mitarbeiten. Und: „Ich bin ohnehin der heimliche Bürgermeister. Denn die meiste Politik wird ja doch am Stammtisch gemacht“, meinte er mit einem Augenzwinkern als Wirt des „Slaughterhouse“.

Der Wahlausschuss in Eisenberg tagt am Dienstag ab 18 Uhr im Rathaus. Dann werden öffentlich die Wahlergebnisse festgestellt.

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