Bundeswehrreform trifft auch Thüringen

Die Bundeswehrreform geht an Thüringen nicht spurlos vorüber. Nach Vorabinformationen trifft es den Freistaat an mehreren Standorten, die einen deutlichen Personalabbau verkraften müssen. In Berlin will Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwochnachmittag die Details des neuen Bundeswehr-Standortkonzeptes bekanntgeben.

Die Bundeswehrreform soll auch in Thüringen die Zahl der Soldaten senken. Foto: Tino Zippel

Die Bundeswehrreform soll auch in Thüringen die Zahl der Soldaten senken. Foto: Tino Zippel

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Berlin/Erfurt. Demnach soll der Standort Ohrdruf mit dem Truppenübungsplatz ganz geschlossen werden. Betroffen sind dort in Summe etwa 80 Soldaten und Zivilbeschäftigte. Größere Einschnitte hat auch der Standort Sondershausen in Nordthüringen zu befürchten, der auf 200 Posten schrumpfen soll. Von der Kaserne in Mühlhausen, die bislang 750 Soldaten und Beschäftige zählt, soll nur ein Mini-Standort mit weniger als 15 Posten übrigbleiben.

In Erfurt sollen mindestens 250 Dienstposten und 20 zivile Stellen wegfallen, weil die Struktur der Wehrbereichskommandos aufgelöst wird.

Einen deutlichen Abbau muss auch das Panzerbataillon in Bad Salzungen verkraften. Stellen werden auch in der Außenstelle des Wehrbereichskommandos in Suhl gekürzt.

Ersten Informationen zufolge soll dagegen der Einsatz der Politik für den Standort in Gera erfolgreich gewesen sein. Das Panzerpionierbataillon 701 beschäftigt derzeit 650 Soldaten und 70 Zivilisten. Auch der Standort Bad Frankenhausen (Kyffhäuserkreis), der ebenfalls auf der Kippe stand, soll bestehen bleiben. Das Logistikbataillon bringt der strukturschwachen Region 1300 Beschäftigte. Das Bundesverteidigungsministerium hielt sich bislang bedeckt zu den genauen Plänen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will sie heute in Berlin vorstellen. Wie vorab durchsickerte, sollen insgesamt knapp 40 der 400 Standorte komplett schließen und 60 in der Größe angepasst werden. Die Reform soll bis zum Jahr 2017 umgesetzt werden.

Nach Angaben von Thüringer SPD-Bundestagsabgeordneten wurden in den vergangenen 20 Jahren 600 Millionen Euro in die Thüringer Standorte investiert. Sie forderten gestern de Maizière auf, auf Schließungen zu verzichten, da die Kasernen "bedeutende Wirtschaftsfaktoren" für Thüringen seien, heißt es in der Erklärung der Parlamentarier Iris Gleicke, Steffen Lemme und Carsten Schneider. Sie verwiesen auf die existenzielle Bedeutung der Bundeswehr in Thüringen. Viele Arbeitsplätze hingen gerade im Osten von der Armee ab.

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