Corona-Datenspende-App: Thüringer sind am meisten unterwegs

Erfurt.  7000 Menschen spenden ihre Fitness-Daten via App an das RKI. Eine Fieberkarte soll Covid-19-Erkrankungen sichtbar machen.

7000 Thüringer spenden Daten an das RKI.

7000 Thüringer spenden Daten an das RKI.

Foto: Matthias Balk / dpa

Seit Dienstag kann die Corona-Warn-App genutzt werden. Thüringens Landesbeauftragter für den Datenschutz, Lutz Hasse, mahnte potenzielle Nutzer, vor der Aktivierung die Einwilligungserklärung in der Corona-App genau durchzulesen. „Tatsächlich werden durchaus personenbezogene Daten erfasst“, sagte Hasse. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Wie viele Menschen in Thüringen die Warn-App nutzen werden, bleibt abzuwarten. Mögliche Anhaltspunkte bietet die Corona-Datenspende-App des RKI. Seit der Veröffentlichung Anfang April registrierten sich knapp 7000 Thüringer freiwillig mit ihren Handys und Fitness-Uhren. Die meisten Anmeldungen kommen aus Erfurt und Jena und den Landkreisen Gotha und Eichsfeld. Deutschlandweit machen eine halbe Millionen Menschen mit.

Erfasst werden Schrittzahlen und Angaben zum Puls. Ist der durchschnittliche Ruhepuls höher als gewöhnlich, könne laut RKI Fieber vermutet werden – ein Symptom von COVID-19. So soll perspektivisch die Zahl der Erkrankten geschätzt und die Entstehung neuer Infektions-Hot-Spots in einer Fieberkarte sichtbar gemacht werden.

Bis dafür genügend Daten zur Verfügung stehen, hält das RKI seine „Datenspender“ im Blog mit anderen Analysedaten bei der Stange – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Zusammensetzung der Datenspender nicht repräsentativ für die Gesamt-Bevölkerung ist. Demnach liegt der Ruhepuls in Deutschland bei 60,79 Schlägen pro Minute. Die größten Schwankungen in Thüringen gibt es in Weimar mit einem Puls von 63,5, deutschlandweit ist das der dritthöchste Wert nach Holzminden und Pirmasens. Generell sei der mittlere Ruhepuls in urbanen Landkreisen eher niedriger als in ländlichen Gebieten. Allerdings sehe man im Osten Deutschlands tendenziell höhere Werte in der Fläche.

Die tägliche Schrittzahl schwankt regional zwischen 6500 und 8500. Typischerweise bewegten sich Spender in ländlichen Gebieten mehr als in Städten. So kommen Hamburg und Bremen auf weniger Schritte als andere Bundesländer. Spender in Thüringen und Sachsen sind am meisten „unterwegs”. Thüringer liegt mit dem Kyffhäuserkreis und vier weiteren Kreisen um die 8300 Schritte deutschlandweit an der Spitze. Die höchsten Schrittzahlen seien an Wochenenden, besonders samstags zu beobachten.

Anfang Juli will das RKI Ruhepuls und Schrittanzahländerungen in Kombination untersuchen. Die Effekte beider Größen sollen die Basis für den Algorithmus bilden, der Spender mit Fieber identifizieren und auf Stadt- und Landkreisebene plötzliche Anstiege der Fiebersymptomatik erkennen kann.

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