Corona-Verordnung: Thüringen beschließt Lockerungen für Sport

Erfurt.  Der Vereinssport für Kinder und Jugendliche soll von der geänderten Corona-Verordnung genauso profitieren wie der FC Carl Zeiss Jena und der ZFC Meuselwitz.

Thüringen lockert die Regelungen im Sport.

Thüringen lockert die Regelungen im Sport.

Foto: Tino Zippel

Das Land Thüringen plant Lockerungen in der Corona-Verordnung für den Bereich des Sports. Diese betreffen sowohl die Fußball-Regionalligisten, aber auch den Trainingsbetrieb an Sportgymnasien oder im organisierten Kinder- und Jugendsport, kündigt Sport­minister Helmut Holter (Linke) an. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Regionalliga-Fußballer können Trainingsbetrieb wieder aufnehmen

Gemeinsam mit dem Sozialministerium arbeitet sein Haus derzeit an einer veränderten Verordnung, die bereits zum Montag, 9. November, in Kraft treten soll. Demnach sollen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wieder im Verein trainieren dürfen. Das gelte sowohl für Sportarten unter freiem Himmel als auch für Hallensportarten, kündigt Holter an. Dabei müssen Hygienekonzepte gelten. Welche Gruppengrößen maximal erlaubt seien, stehe noch nicht fest. Thüringen geht mit der Regelung über das Vorbild Berlin hinaus. Dort dürfen nur Kinder bis zwölf Jahre maximal in Zehnergruppen im Verein trainieren. Die Lockerungen helfen auch Schülern an Sportgymnasien. Die durften zwar am Schulsport teilnehmen, aber nicht im Verein trainieren. Das soll ab Montag wieder erlaubt sein.

Zudem will Thüringen seine Regelung zum Berufssport an die anderen Bundesländer angleichen, um eine Gleichbehandlung herbeizuführen. Deshalb dürfen auch die Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena und ZFC Meuselwitz wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. Bislang galt in Thüringen diese Ausnahmeregelung nur für Teams der Ligen eins bis drei. „Mit den Sportministern der anderen Bundesländer will ich abstimmen, dass auch der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost zum 25. November wieder starten kann“, sagt Holter.

Der Sozialausschuss des Land­tages hatte entsprechenden Änderungen am Donnerstag zugestimmt. „Das ist ein wichtiges Signal für den organisierten Sport und die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen“, sagt CDU-Fraktionschef Mario Voigt, der diese Änderungen im Vorfeld der Landtags­sondersitzung in dieser Woche angeregt hatte.

Im Uniklinikum Jena gilt ab Freitag ein Besuchsverbot

Am Universitätsklinikum Jena gilt ab diesem Freitag wieder ein grundsätzliches Besuchsverbot. Dies teilte die Leitung von Thüringens größter Gesundheitseinrichtung mit. Ausnahmen seien nur in Einzelfällen und in Rücksprache mit der jeweiligen Station möglich, hieß es - unter anderem bei kritischen Therapieentscheidungen oder Abschiednahmen und bei der Behandlung von Kindern.

„Wir haben versucht, unsere Besuchsregelung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten“, sagte der Medizinische Vorstand des Klinikums, Jens Maschmann. „Allerdings ist die Entwicklung des Infektionsgeschehens um uns herum so rasant, dass wir zum Schutze aller Patienten und Mitarbeiter diesen Schritt gehen müssen.“ Einzige Ausnahme seien werdende Väter im Kreißsaal. Wie das Klinikum auf Anfrage mitteilte, waren am Donnerstag 22 Betten mit Corona-Patienten belegt, davon fünf auf der Intensivstation. Dies seien mehr als doppelt so viele Corona-Patienten wie zu Spitzenzeiten im Frühjahr.

Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden seit Anfang Oktober 349 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung in die Krankenhäuser des Landes eingewiesen. Das entspricht einem knappen Drittel aller stationären Corona-Patienten in diesem Jahr. Auf den Thüringer Intensivstationen lagen am Donnerstagabend 48 Menschen, ein Drittel davon wird beatmet. Die Zahl hat sich binnen eines halben Monats verdoppelt. Landesweit sind noch 267 Betten frei, hinzu kommt eine Reserve. Dennoch sind in Gera laut bundesweitem Register alle Intensivkapazitäten ausgeschöpft. Die Krankenhäuser in Erfurt stehen vor einer ähnlichen Situation.

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