David Köckert will Greizer Bürgermeister werden

Greiz  Bürgermeisterwahl: Das ehemalige AfD- und NPD-Mitglied will sich im April zur Wahl stellen.

David Köckert

David Köckert

Foto: Tobias Schubert

Der nächste Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Greiz im April steht fest: ­­David ­Köckert. Er ist Mitglied des Stadt­rates Greiz und des Kreistages Greiz. Bis 2016 war er es jeweils mit einem Mandat der NPD, heute als Parteiloser. Als parteiloser Einzelbewerber tritt er an.

Köckert, der auch als Motor der islamfeindlichen Thügida-Bewegung galt und zuletzt im ­Januar wegen Volksverhetzung und Verleumdung vor dem Amtsgericht Greiz stand und zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, habe lange gezögert den Schritt zu gehen, wie er sagt. „Wenn man den Kopf in den Sand steckt, tut sich auch nichts“, begründet er seine Entscheidung für die Kandidatur. Es gelte zuzusehen, „dass es der Stadt nicht noch schlechter geht“.

Sein Ziel sei es unter anderem, den Menschen Perspektiven und Hoffnung zu geben, dass sie überhaupt in Greiz bleiben würden, so Köckert. Seit knapp 30 Jahren würde die Stadt von den gleichen „Altparteien“ ­regiert, die nichts zum Positiven verändert hätten, sagt er. Oft ­genug habe er als Kreis- oder Stadtrat erlebt, wie auch gute Anträge anderer Parteien und Wählergruppen durch CDU und SPD abgelehnt worden seien und dass die Stadträte miteinander mauschelten. Es gelte, „das Kartell zwischen den Altparteien“ zu zerschlagen, sagt der 39-Jährige und verweist beispielsweise auf die vor Kurzem öffentlich gewordenen Fehlkalkulationen in der Vogtlandhalle. In solchen Fällen sei er dafür, auch Mitglieder anderer Parteien neben SPD und CDU in Bilanzen und Bücher schauen zu ­lassen.

„Dringender Nachholbedarf“ bestünde auch bei der Bürgerbeteiligung. Es sei wichtig, Menschen teilhaben zu lassen, sagt Köckert und nennt als Vorbild die Schweiz. Er sei für ein offenes Rathaus und wolle auch einen Bürgerbeauftragten wieder einführen.

Und nicht zuletzt habe die Politik der vergangenen Jahre dafür gesorgt, dass Händler und Gewerbetreibende aus Greiz abwanderten. Im benachbarten Reichenbach sehe man, wie es auch anders gehe. Deswegen wolle er sich unter anderem für eine Öffnung der Friedensbrücke und eine Überprüfung der Parkplatzsituation einsetzen.

Über die Zulassung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl entscheidet der Wahlausschuss der Stadt Greiz.

Zur Person:

Geboren am 10. Februar 1979 in Pasewalk, seit 1985 in Greiz, verheiratet, vier Kinder; 1995 Abschluss zehnte Klasse ; bis 1998 Lehre zum Hochbaufacharbeiter, heute selbstständig; von 2013 bis Februar 2014 Mitglied der AFD, danach bis 2016 Mitglied der NPD

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