Debatte um neues Bundesstraßenkreuz im Kreis Saalfeld-Rudolstadt

Rudolstadt/Saalfeld  An der Schwarzaer Hohle soll die wichtigste Kreuzung des Landkreises entstehen. Heute ist das ein Thema im Kreistag.

Vorschlag für die niveaufreie Gestaltung des Knotens an der Schwarzaer Hohle, wo künftig die Ortsumfahrung Schwarza-Süd der B 88 anbinden soll.

Vorschlag für die niveaufreie Gestaltung des Knotens an der Schwarzaer Hohle, wo künftig die Ortsumfahrung Schwarza-Süd der B 88 anbinden soll.

Foto: Thomas Spanier

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Noch sind es nicht mehr als ein paar Striche auf dem Papier. Aber bis spätestens 2030 – solange gilt der aktuelle Bundesverkehrswegeplan – soll an der Gemarkungsgrenze von Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg, im Bereich der Schwarzaer Hohle, die vielleicht wichtigste Kreuzung des Landkreises entstehen. Kein Wunder also, dass sie schon im frühen Planungsstadium für Debatten sorgt. Zum Beispiel heute Nachmittag im Kreistag.

Worum geht es? Im „vordringlichen Bedarf“ des vor knapp drei Jahren vom Bundestag beschlossenen Planes befinden sich zwei spannende Maßnahmen im Zentrum des Städtedreiecks: zum einen der drei- bis vierstreifige Ausbau der B 85 zwischen dem Ende der Nordtangente Saalfeld bei Wöhlsdorf und dem Ende der Ortsumfahrung Schwarza an der Hohle; zum anderen die Ortsumfahrung Schwarza-Süd, die südlich der Bahnlinie zwischen der Schwarzaer Hohle und Bad Blankenburg verläuft.

Beide Maßnahmen sind jeweils weniger als drei Kilometer lang, kosten aber zusammen nach bisherigen Schätzungen mehr als 25 Millionen Euro. Planungstechnisch befindet man sich in der Phase der Linienfindung, es hat also noch nicht einmal die Vorplanung begonnen, wie die Bürgermeister des Städtedreiecks unlängst bei einem Gespräch in Erfurt erfuhren, an dem unter anderen Lutz Irmer, Abteilungsleiter Verkehr im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, sowie zwei direkt mit den Projekten betraute Mitarbeiter teilnahmen.

„Fest steht bisher nur, dass es einen Knoten geben wird, der beide Vorhaben verbindet. Da ist bisher aber weder ein Kreisverkehr noch eine fliegende Untertasse eingezeichnet“, so Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) nach dem Gespräch. Er habe gemeinsam mit seinem Saalfelder Amtskollegen Steffen Kania (CDU) den Eindruck gewonnen, dass man im Ministerium um die Bedeutung des Vorhabens für die Region weiß und dies auch mit Priorität bearbeitet. Eine mögliche Variante des Knotens, die auch von den Bürgermeistern befürwortet wird, habe man im Ministerium übergeben – mit der Bitte um wohlwollende Prüfung.

Urheber der Zeichnung, die auf eine niveaufreie Gestaltung des Knotens der B 85/88 zielt, ist Werner Thomas (CDU). Der Rudolstädter möchte damit ebenso verhindern, dass eine Ampelkette wie an der Ortsumfahrung Schwarza entsteht, wie ein gewaltiger Kreisverkehr, wie man ihn in Maua kurz vor der A4 besichtigen kann. Stattdessen wünscht er sich möglichst wenig Geschwindigkeitsverlust und Anhaltevorgänge, die für den Verkehrsfluss wie für die Energie- und Emissionsbilanz schlecht sind.

Einen entsprechenden Beschlussvorschlag hat die CDU-Fraktion für den heute 17 Uhr in der Thüringen-Klinik in Saalfeld tagenden Kreistag gemacht. Darin wird Landrat Marko Wolfram (SPD) beauftragt, sich bei den zuständigen Landesbehörden für eine niveaufreie Gestaltung des Knotens einzusetzen.

Was ihm nicht schwerfallen dürfte: „Die Planungshoheit haben die Städte. Der Landkreis ist bisher noch gar nicht eingebunden“, so Wolfram.

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