Entwicklungshilfe-Verein aus Zschöpel unterstützt Projekte in Mali

Mit Julia und Marcus Friese leben in Zschöpel zwei engagierte junge Menschen, die nicht nur über ihren Gartenzaun schauen, sondern sich für die Ärmsten in Afrika engagieren. im Februar dieses Jahres den Verein Mali Bakoydio gegründet.

Öffentlicher Wasserhahn in Goundam.

Foto: zgt

Zschöpel. Im eher unscheinbaren Ponitzer Ortsteil Zschöpel geht es gar nicht so beschaulich zu, wie man vermuten könnte.

Hier gibt es mit Julia und Marcus Friese zwei engagierte junge Menschen, die nicht nur über ihren Gartenzaun schauen, sondern sich für die Ärmsten in Afrika engagieren.

Sie haben im Februar dieses Jahres den Verein Mali Bakoydio gegründet. Er setzt sich für die Entwicklung im Norden Malis ein. "Die Welt rückt zusammen. Jeden Tag erreichen uns Nachrichten aus aller Welt. Die Kontinente sind auf vielfältige Art immer dichter miteinander verwoben. Schon deshalb kann uns das Schicksal unserer Nachbarn nicht egal sein", erklärt Julia Friese.

" Afrika ist der ärmste Kontinent der Erde. Die Gründe dafür sind vielfältig", erklärt Marcus Friese. Sie lägen in historischen, ökologischen, strukturellen und politischen Gegebenheiten. Für Marcus Friese sind diese Gegebenheiten aber nicht unveränderlich. Viele Afrikaner würden sehen, dass sich ihre Länder nur entwickeln können, wenn sie selbst die Initiative ergreifen, anpacken statt wegzuschauen und abzuwarten. "An diesem Punkt möchte unser Verein ansetzen: Wir unterstützen lokale Initiativen finanziell und in fachlichen Fragen; Projekte, die vor Ort wirklich gebraucht und gewünscht werden. Um unsere Energie zu konzentrieren, beschränken wir uns dabei auf eine Region: Nordmali – die Region am Nigerknie", erläutert der junge Mann. Die Leitlinie ihrer Arbeit ist Transparenz. "Alle, die unsere Arbeit unterstützen, haben ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihren Geldern geworden ist. Um möglichst viele Leute zu erreichen, nutzen wir verschiedene Kommunikationswege: Neben unserer Homepage sind wir auf lokalen Veranstaltungen wie Dorffesten präsent, halten Vorträge und vor allem sind uns persönliche Kontakte wichtig", fährt er fort. Bislang zählt der noch junge Verein zwölf Mitglieder. Weitere Mitstreiter aus der Region und der persönliche Kontakt zu ihnen werden gesucht. So könne man auch unkompliziert Aktionen organisieren oder Info-Stände aufbauen, meint Marcus Friese. Immer das "große Ganze" im Blick, sind sie mit ihrem Verein vor allem lokal aktiv – sowohl in ihrer Heimatregion, dem Altenburger Land, als auch in ihrer Partnerregion im afrikanischen Mali. "Damit erhöhen wir nicht nur die Effizienz unserer Arbeit, sondern wollen Vertrauen durch Identifikation und Langlebigkeit aufbauen", erklärt der Vereinsgründer.

Natürlich gebe es schon genug Hilfsorganisationen, räumen Julia und Marcus Friese im OTZ-Redaktionsgespräch ein. Schließlich stehen sie mit anderen regionalen Vereinen in Saara oder auch Altenburg nicht nur Kontakt, sondern tauschen ihre Erfahrungen aus. Jeder habe andere Projekte, für Marcus und Julia käme es aber auf das Wie? an.

Die beiden Mittzwanziger sind Studenten und haben durch langjährige, enge Kontakte und persönliche Aufenthalte viel über die Probleme in der westafrikanischen Region erfahren. Beide waren nicht nur mehrmals in Mali, sondern haben über Monate afrikanisches Leben mitgelebt. Daraus erwuchs letztlich der Wunsch, konkrete Hilfe vor Ort zu leisten. So setzten sie sich speziell für das Kinderzentrum im Goundam, einer Kleinstadt in Mali, ein.

Auf Initiative der Bevölkerung und der malischen Organisation Amade Pelcode, die nicht der Regierung unterstellt sei, wurde ein Zentrum für Waisen und Kinder extrem armer Familien geschaffen, berichtet Julia Freise. Ein Grasmattenzelt als Unterkunft entstand. Auch könne das Gehalt für einen Erzieher gezahlt werden, der 30 Kinder betreue. Die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren erhalten im Goundamer Kinderzentrum Zugang zu grundlegender und lebenspraktischer Bildung. Außerdem sei der Ort Anlaufstelle in gesundheitlichen und sozialen Fragen. "Dort werden sie auf eine Einschulung oder auch Wiedereinschulung vorbereitet", erzählt Julia Friese stolz. Auch ausgebildet werde, so beispielsweise zum Schweißer oder Tischler, zur Schneiderin oder Seifenherstellerin. "Im Herbst können die ersten Kinder wieder in eine normale Schule integriert werden", freuen sich die Frieses über sichtbare Erfolge.

>> www.mali.bakoydio.de.vu

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